Eine Forschungslücke bezeichnet eine wissenschaftlich relevante Frage oder einen Aspekt, der im bisherigen Forschungsstand noch nicht oder nicht ausreichend untersucht wurde. Im Englischen wird dafür häufig der Begriff Research Gap verwendet.
Die Forschungslücke begründet die Aktualität einer wissenschaftlichen Arbeit und macht ihren möglichen Beitrag sichtbar. Aus ihr lässt sich die Forschungsfrage ableiten, die anschließend festlegt, welchen offenen Aspekt die Untersuchung konkret bearbeitet.
Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Sie eine Forschungslücke finden, wissenschaftliche Literatur systematisch auswerten und einen möglichen Research Gap überprüfen. Sie erhalten eine schrittweise Anleitung, geeignete Methoden, Beispiele für Bachelorarbeit und Masterarbeit, Formulierungshilfen sowie eine Checkliste für die abschließende Prüfung.
Forschungslücke in 4 Schritten finden
- Forschungsstand recherchieren.
- Studien systematisch vergleichen.
- Offene Fragen und Widersprüche identifizieren.
- Die Lücke eingrenzen und als Forschungsfrage formulieren.
Was ist eine Forschungslücke?
Eine Forschungslücke beschreibt einen offenen und wissenschaftlich relevanten Aspekt innerhalb eines bereits untersuchten Themenfeldes. Sie bedeutet nicht automatisch, dass es zu einem Thema nur wenige Veröffentlichungen gibt. Entscheidend ist, welches konkrete Wissen im bisherigen Forschungsstand fehlt und warum diese fehlende Erkenntnis untersucht werden sollte.
Eine belastbare Forschungslücke wird aus dem vorhandenen Forschungsstand abgeleitet und durch wissenschaftliche Literatur belegt. Sie besitzt eine theoretische oder praktische Relevanz, ist klar eingegrenzt und lässt sich in eine untersuchbare Forschungsfrage überführen. Eine bloße Vermutung wie „Dazu gibt es wenig Forschung“ reicht deshalb nicht aus.
Eine wissenschaftliche Lücke kann unterschiedliche Formen annehmen. Möglich ist etwa, dass ein Thema bisher kaum untersucht wurde oder eine bestimmte Zielgruppe in den vorhandenen Studien fehlt. Auch widersprüchliche Ergebnisse, einseitige Methoden oder veraltete Daten können auf einen Research Gap hinweisen.
Weitere Forschungslücken entstehen, wenn ein bestimmter regionaler Kontext nicht berücksichtigt wurde. Ebenso kann eine Theorie ein beobachtetes Phänomen nur unzureichend erklären. In anderen Fällen fehlt der Vergleich zwischen zwei Ansätzen, Modellen oder Verfahren, obwohl ein solcher Vergleich wissenschaftlich relevant wäre.
Kurz erklärt
Die Forschungslücke beschreibt, welches Wissen im bisherigen Forschungsstand fehlt und welchen offenen Aspekt die eigene wissenschaftliche Arbeit untersuchen kann. Sie entsteht nicht aus einer spontanen Idee, sondern aus der systematischen Analyse bereits veröffentlichter Forschung.
Forschungslücke, Forschungsproblem oder Forschungsfrage?
Die Begriffe Forschungsthema, Forschungsproblem, Forschungsstand, Forschungslücke, Forschungsziel und Forschungsfrage bezeichnen unterschiedliche Schritte im wissenschaftlichen Arbeitsprozess. Sie bauen aufeinander auf, dürfen aber nicht gleichgesetzt werden.
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Begriff |
Bedeutung |
Beispiel |
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Forschungsthema |
Das übergeordnete Themenfeld |
Hybrides Arbeiten |
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Forschungsproblem |
Ein Problem innerhalb dieses Feldes |
Unklare Folgen hybrider Arbeit für Berufseinsteiger |
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Forschungsstand |
Was bereits bekannt ist |
Viele Studien untersuchen erfahrene Beschäftigte |
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Forschungslücke |
Welches Wissen fehlt |
Berufseinsteiger in deutschen KMU wurden kaum untersucht |
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Forschungsziel |
Was die Arbeit feststellen soll |
Zusammenhang zwischen hybrider Arbeit und Zufriedenheit untersuchen |
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Forschungsfrage |
Die konkrete untersuchbare Frage |
Wie beeinflusst hybrides Arbeiten die Zufriedenheit von Berufseinsteigern in deutschen KMU? |
Die Forschungslücke beschreibt, was fehlt. Die Forschungsfrage bestimmt, was die eigene Arbeit konkret untersuchen wird.
Warum ist eine Forschungslücke wichtig?
Eine Forschungslücke zeigt, warum eine wissenschaftliche Untersuchung notwendig ist und welchen Erkenntnisgewinn sie anstrebt. Sie verbindet den bestehenden Forschungsstand mit der Forschungsfrage und verhindert, dass das Thema zu allgemein oder rein beschreibend bleibt.
Gerade bei einer Forschungslücke für die Bachelorarbeit oder Masterarbeit dient sie als inhaltlicher Mittelpunkt. Sie begründet die wissenschaftliche Relevanz, grenzt den Untersuchungsbereich ein und macht den möglichen Forschungsbeitrag sichtbar. Zugleich beeinflusst sie die Wahl der Methode, der Stichprobe und des passenden Forschungsdesigns.
Ohne klaren Research Gap besteht die Gefahr, dass Literatur lediglich zusammengefasst wird. Eine gute Forschungslücke führt dagegen zu einer gezielten Untersuchung. Sie zeigt, welche Erkenntnis fehlt, weshalb sie relevant ist und wie die eigene Arbeit zu ihrer Klärung beitragen kann.
Warum sich der Aufwand lohnt
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Ohne klare Forschungslücke |
Mit klarer Forschungslücke |
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Das Thema bleibt zu breit |
Das Thema ist konkret eingegrenzt |
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Die Arbeit bleibt beschreibend |
Die Arbeit beantwortet eine offene Frage |
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Die Forschungsfrage wirkt beliebig |
Die Forschungsfrage folgt logisch aus der Literatur |
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Der wissenschaftliche Beitrag bleibt unklar |
Der Beitrag der Untersuchung ist erkennbar |
Dass eine Arbeit auf dem aktuellen Forschungsstand aufbauen muss, ist keine Stilfrage. Der Kodex der Deutschen Forschungsgemeinschaft hält in Leitlinie 9 „Forschungsdesign“ ausdrücklich fest:
„Wissenschaftler*innen berücksichtigen bei der Planung eines Vorhabens den aktuellen Forschungsstand umfassend und erkennen ihn an. Die Identifikation relevanter und geeigneter Forschungsfragen setzt sorgfältige Recherche nach bereits öffentlich zugänglich gemachten Forschungsleistungen voraus.“
Der Kodex „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ wurde am 3. Juli 2019 von der Mitgliederversammlung der DFG verabschiedet. Er gilt seit dem 1. August 2019 und umfasst insgesamt 19 Leitlinien. Die aktuelle Fassung 1.2 stammt aus dem September 2024.
Der Kodex richtet sich an Forschende und wissenschaftliche Einrichtungen, nicht unmittelbar an Studierende. Dennoch formuliert er den Standard, an dem wissenschaftliches Arbeiten grundsätzlich ausgerichtet wird. Die Forschungslücke muss daher aus einer sorgfältigen Literaturauswertung hervorgehen und darf nicht lediglich behauptet werden.
Häufig wird sie bereits im Exposé für die Bachelorarbeit erstmals knapp formuliert, bevor Forschungsfrage, Zielsetzung und Methode endgültig festgelegt werden.
Welche Forschungslücke braucht eine Bachelorarbeit?
Eine Bachelorarbeit muss kein vollständig unbekanntes wissenschaftliches Phänomen entdecken. Für einen Research Gap auf Bachelor-Niveau genügt häufig eine klar eingegrenzte Erweiterung des bestehenden Wissens.
Eine bekannte Theorie kann beispielsweise auf eine neue Zielgruppe angewendet werden. Ebenso möglich sind ein bisher wenig untersuchter regionaler Kontext, der Vergleich zweier Ansätze oder die Überprüfung eines bekannten Effekts anhand einer neuen Stichprobe.
Auch eine aktuelle technische, gesellschaftliche oder rechtliche Veränderung kann eine geeignete Forschungslücke begründen. Weitere Möglichkeiten sind die systematische Ordnung unübersichtlicher Literatur oder die erneute Untersuchung eines bekannten Gegenstands mit einer anderen Methode.
Für eine Bachelorarbeit muss die Forschungslücke zum Umfang, zur verfügbaren Zeit und zum Zugang zu Daten passen. Eine eng begrenzte und tatsächlich bearbeitbare Fragestellung ist wissenschaftlich sinnvoller als ein sehr großer, aber praktisch nicht untersuchbarer Anspruch.
Eine Bachelorarbeit muss nicht „die Wissenschaft revolutionieren“
Eine tragfähige Forschungslücke kann bereits darin bestehen, bekannte Erkenntnisse in einem neuen Kontext zu prüfen. Entscheidend sind eine nachvollziehbare Herleitung, wissenschaftliche Relevanz und eine realistische Durchführung.
Welche Forschungslücke braucht eine Masterarbeit oder Dissertation?
Eine Forschungslücke für die Masterarbeit verlangt gewöhnlich eine tiefere Analyse des Forschungsstands und eine anspruchsvollere theoretische Begründung. Möglich sind der systematische Vergleich mehrerer Modelle, eine komplexere empirische Untersuchung oder ein deutlicher methodischer Beitrag.
Bei einer Dissertation gelten höhere Anforderungen. Die Arbeit soll einen eigenständigen und substanziellen Beitrag zur Forschung leisten. Dazu können die Entwicklung oder Prüfung einer Theorie, die Erstellung eines neuen Modells oder die Bearbeitung einer bedeutenden empirischen oder methodischen Lücke gehören.
Die erwartete Tiefe hängt deshalb stark von der Art der wissenschaftlichen Arbeit ab. Der Research Gap muss stets zum verfügbaren Umfang, zur methodischen Kompetenz und zum Zugang zu geeigneten Daten passen.
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Arbeit |
Erwarteter Umfang der Forschungslücke |
Typisches Beispiel |
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Bachelorarbeit |
Enger Kontext oder eine bislang wenig untersuchte Gruppe |
Eine bekannte Theorie in einer neuen Zielgruppe prüfen |
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Masterarbeit |
Tiefere theoretische oder methodische Fragestellung |
Zwei Modelle oder Methoden systematisch vergleichen |
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Dissertation |
Eigenständiger, substanzieller Beitrag |
Neue Modellbildung, Theorieentwicklung oder große empirische Untersuchung |
Wie findet man eine Forschungslücke?
Eine Forschungslücke finden Sie, indem Sie den aktuellen Forschungsstand systematisch recherchieren, relevante Studien vergleichen und dabei offene Fragen, Widersprüche, fehlende Zielgruppen, Methoden oder Kontexte identifizieren. Entscheidend ist, dass der mögliche Research Gap nicht nur vermutet, sondern durch wissenschaftliche Literatur belegt wird.
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Thema und Untersuchungsbereich eingrenzen
Bevor Sie eine Forschungslücke identifizieren können, müssen Sie das Forschungsthema deutlich eingrenzen. Ein zu breites Themenfeld liefert zu viele unterschiedliche Studien und erschwert den Vergleich.
Für die Eingrenzung eignen sich verschiedene Dimensionen. Dazu gehören Zielgruppe, Land oder Region, Branche, Zeitraum, Technologie, Theorie, Methode und eine konkrete Variable. Auch der Organisationstyp sowie der Bildungs- oder Sozialkontext können den Forschungsbereich präzisieren.
Zu breit: Künstliche Intelligenz im Studium.
Besser eingegrenzt: Einfluss generativer KI-Tools auf die Selbstlernkompetenz von Erstsemesterstudierenden an deutschen Hochschulen.
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Dimension |
Leitfrage |
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Zielgruppe |
Wer wird untersucht? |
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Kontext |
Wo tritt das Phänomen auf? |
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Zeitraum |
Für welchen Zeitraum gilt die Untersuchung? |
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Variable |
Welche Wirkung oder Beziehung wird untersucht? |
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Methode |
Wie lässt sich das Phänomen untersuchen? |
Prüfen Sie anschließend den vorhandenen Forschungsstand für den eingegrenzten Bereich. Erst dieser Vergleich zeigt, welche Aspekte bereits untersucht wurden und wo tatsächlich offene Fragen bestehen.
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Wissenschaftliche Literatur systematisch suchen
Eine belastbare Literaturrecherche zur Forschungslücke stützt sich nicht nur auf eine einzelne Suchmaschine. Nutzen Sie verschiedene Zugänge, weil Datenbanken unterschiedliche Zeitschriften, Sammelbände und Forschungsberichte erfassen.
Wo Sie wissenschaftliche Literatur systematisch suchen
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Zugang |
Betreiber / Träger |
Wofür er sich eignet |
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BASE – Bielefeld Academic Search Engine |
Universitätsbibliothek Bielefeld |
Über 400 Millionen Dokumente aus mehr als 11.000 Quellen, rund 60 Prozent davon mit frei zugänglichem Volltext. Geeignet als Einstieg ohne Campus-Zugang zu kostenpflichtigen Datenbanken |
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Fachinformationsdienste für die Wissenschaft |
Von der DFG seit 2014 gefördert, derzeit 45 Dienste |
Fachspezifische Rechercheportale mit Spezialliteratur, die in allgemeinen Suchmaschinen häufig fehlt |
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Lizenzierte Fachdatenbanken der eigenen Hochschule |
Universitätsbibliothek |
Zugang zu Scopus, Web of Science, PubMed, PsycINFO und weiteren Fachdatenbanken über den Bibliotheksaccount |
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Google Scholar |
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Schneller Überblick und Zitationsverfolgung. Ersetzt keine systematische Recherche, weil der Index nicht dokumentiert ist |
Welche dieser Zugänge Ihnen offenstehen, hängt von Ihrer Hochschule ab. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Universitätsbibliothek nach den zentralen Datenbanken für Ihr Fach.
Bei einer systematischen Literaturrecherche dokumentieren Sie Suchbegriffe, Datenbanken, Filter und Veröffentlichungszeiträume. Dadurch bleibt nachvollziehbar, wie Sie den Forschungsstand recherchiert haben.
Suchen Sie auf Deutsch und Englisch, weil beide Sprachräume unterschiedliche Ergebnisse liefern können. Kombinieren Sie außerdem Synonyme wie „hybrides Arbeiten“ und „hybrid work“ oder „Arbeitszufriedenheit“ und „job satisfaction“.
Ein möglicher Suchstring lautet:
(„hybrid work“ OR „hybrides Arbeiten“) AND („job satisfaction“ OR Arbeitszufriedenheit) AND („young employees“ OR Berufseinsteiger)
Prüfen Sie neben Titeln und Abstracts auch die Literaturverzeichnisse relevanter Arbeiten. Suchen Sie anschließend nach neueren Publikationen, die eine zentrale Studie zitieren. Das Veröffentlichungsdatum ist wichtig, weil ältere Aussagen zum Forschungsstand inzwischen überholt sein können.
Der Unterschied zwischen Primär- und Sekundärliteratur beeinflusst ebenfalls die Auswertung. Primärstudien liefern eigene Daten, während Reviews und andere Sekundärquellen den bestehenden Forschungsstand ordnen.
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Suchoperator |
Funktion |
Beispiel |
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AND |
Beide Begriffe müssen vorkommen |
KI AND Hochschule |
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OR |
Synonyme und Alternativen zulassen |
Student OR Studierende |
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„…“ |
Exakte Wortfolge suchen |
„hybrides Arbeiten“ |
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– |
Begriff ausschließen |
KI -Medizin |
Die Syntax unterscheidet sich je nach Datenbank. Prüfen Sie deshalb die Hilfeseite des jeweiligen Suchsystems, bevor Sie komplexe Suchanfragen übernehmen.
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Reviews, Diskussionen und Limitationen analysieren
Viele Forschungslücken werden dort sichtbar, wo Autoren die Grenzen ihrer eigenen Untersuchung beschreiben. Prüfen Sie deshalb besonders die Abschnitte Discussion, Limitations, Future Research, Research Agenda, Outlook und Conclusion.
Ein Literature Review kann außerdem zeigen, welche Themenbereiche gut untersucht sind und wo Ergebnisse oder Perspektiven fehlen. Reviews sind besonders hilfreich, wenn ein Forschungsfeld bereits viele Einzelstudien umfasst.
Eine Empfehlung für zukünftige Forschung ist nur ein Hinweis auf eine mögliche Forschungslücke. Sie muss anhand neuerer Studien überprüft werden.
Nicht jede „Future Research“-Empfehlung ist noch aktuell
Neuere Studien können einen früher genannten Research Gap bereits geschlossen haben. Eine Empfehlung aus dem Jahr 2019 muss deshalb mit Veröffentlichungen der folgenden Jahre abgeglichen werden.
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Studien in einer Literaturmatrix vergleichen
Eine Literaturmatrix macht Unterschiede zwischen Studien auf einen Blick sichtbar. Sie zeigt, welche Zielgruppen, Länder, Methoden, Variablen und theoretischen Ansätze bereits untersucht wurden.
Zusätzlich erkennen Sie, welche Ergebnisse einander widersprechen und welche Limitationen wiederholt auftreten. Offene Fragen werden dadurch nicht nur gesammelt, sondern systematisch miteinander verglichen.
Bevor Sie die Ergebnisse in die Matrix übertragen, können Sie zentrale Aussagen durch ein Exzerpt schreiben festhalten. Dadurch bleiben Kernaussagen, Seitenangaben und methodische Details nachvollziehbar dokumentiert.
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Studie |
Jahr |
Zielgruppe |
Kontext |
Methode |
Zentrale Ergebnisse |
Limitationen |
Offene Frage |
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Beispielstudie A |
2021 |
Erfahrene Beschäftigte |
Große Konzerne, international |
Online-Befragung, n = 1.200 |
Positiver Zusammenhang zwischen hybrider Arbeit und Arbeitszufriedenheit |
Nur Großunternehmen, ausschließlich quantitative Daten |
Gilt dieser Zusammenhang auch für KMU? |
Ergänzen Sie für jede relevante Publikation eine eigene Zeile. Wiederholen sich bestimmte Einschränkungen, kann darin eine wissenschaftliche Lücke liegen.
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Muster, Widersprüche und fehlende Perspektiven erkennen
Nach dem Aufbau der Matrix suchen Sie nach wiederkehrenden Mustern. Eine Forschungslücke erkennen Sie oft daran, dass bestimmte Zielgruppen, Regionen oder Methoden in mehreren Studien fehlen.
Weitere Signale sind widersprüchliche Forschungsergebnisse, veraltete Daten und fehlende Langzeituntersuchungen. Auch kleine oder sehr homogene Stichproben können zeigen, dass eine breitere Überprüfung noch aussteht.
- Mögliche Hinweise sind:
- widersprüchliche Ergebnisse
- eine kaum untersuchte Zielgruppe
- ein fehlender regionaler Kontext
- veraltete Daten
- fehlende Langzeitstudien
- ausschließlich quantitative oder qualitative Methoden
- fehlende Vergleichsstudien
- unzureichende Prüfung einer Theorie
- fehlende Studien zur praktischen Anwendung
- kleine oder homogene Stichproben
- fehlende Replikationen
- ein unzureichend untersuchter Wirkmechanismus
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Signal im Forschungsstand |
Mögliche Forschungslücke |
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Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen |
Widersprüchliche Evidenz |
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Nur Erwachsene wurden untersucht |
Fehlende Zielgruppe: Jugendliche |
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Nur US-amerikanische Daten |
Fehlender deutscher Kontext |
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Nur quantitative Studien |
Fehlende qualitative Perspektive |
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Daten stammen aus der Zeit vor einer technologischen Veränderung |
Zeitliche Forschungslücke |
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Immer dieselben kleinen Stichproben |
Fehlende Replikation auf breiterer Basis |
Ein einzelnes Signal reicht noch nicht als Nachweis. Prüfen Sie deshalb, ob mehrere aktuelle Publikationen dieselbe Einschränkung zeigen.
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Relevanz und Machbarkeit der Forschungslücke prüfen
Nicht jede offene Frage eignet sich für eine wissenschaftliche Arbeit. Eine gute Forschungslücke muss neu, relevant und im verfügbaren Rahmen untersuchbar sein.
Neuheit: Prüfen Sie, ob neuere Publikationen die Lücke bereits bearbeitet haben. Eine ältere Limitation ist kein ausreichender Beleg, wenn inzwischen aktuelle Daten vorliegen.
Relevanz: Die Antwort sollte einen wissenschaftlichen oder praktischen Erkenntnisgewinn ermöglichen. Eine bloße Datenlücke ohne erkennbaren Nutzen reicht nicht aus.
Machbarkeit: Berücksichtigen Sie Zeit, Datenzugang, Stichprobengröße, methodische Kenntnisse und ethische Anforderungen. Beim Forschungsdesign erstellen zeigt sich, ob die geplante Untersuchung im vorgesehenen Umfang realistisch bleibt.
Hilfreich ist die Frage, warum die Lücke überhaupt besteht. Robinson, Saldanha und McKoy unterscheiden dafür vier Gründe:
- Die Informationen reichen nicht aus oder sind zu ungenau.
- Die vorhandenen Informationen sind verzerrt, etwa durch Studiendesign oder Stichprobe.
- Die Ergebnisse widersprechen sich oder ihre Konsistenz ist unbekannt.
- Es liegen Informationen vor, aber nicht die für die Fragestellung benötigten.
Prüfen Sie Ihren möglichen Research Gap anschließend mit diesen Fragen:
- Ist die Lücke mit wissenschaftlichen Quellen belegbar?
- Ist sie für das Fachgebiet relevant?
- Ist sie klar eingegrenzt?
- Gibt es geeignete Daten?
- Ist die Untersuchung im verfügbaren Zeitraum möglich?
- Lässt sich daraus eine konkrete Forschungsfrage entwickeln?
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Forschungslücke wissenschaftlich formulieren
Am Ende des Suchprozesses formulieren Sie die Forschungslücke als nachvollziehbare Argumentationskette. Eine gute Formulierung beantwortet vier Fragen: Was ist bereits bekannt? Welcher Aspekt bleibt unzureichend untersucht? Warum ist dieser Aspekt relevant? Was soll die eigene Arbeit untersuchen?
Forschungsstand → Einschränkung → Forschungslücke → Relevanz → Ziel der Arbeit
Die Formulierung sollte weder behaupten, dass es überhaupt keine Forschung gibt, noch die Neuheit der eigenen Arbeit übertreiben. Sie muss zeigen, welche Literatur ausgewertet wurde und wie daraus die konkrete Lücke folgt.
Welche Methoden helfen, eine Forschungslücke zu identifizieren?
Die geeignete Methode hängt vom Umfang des Forschungsfeldes, der Art der Arbeit und der verfügbaren Zeit ab. Für eine Bachelorarbeit genügt häufig ein strukturierter Literaturvergleich, während größere Projekte ein systematischeres Vorgehen erfordern.
Die Auswahl der Studien kann induktiv und deduktiv erfolgen. Deduktiv prüfen Sie vorab definierte Kategorien, während beim induktiven Vorgehen neue Muster aus dem Material entstehen.
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Methode |
Geeignet für |
Vorteil |
Einschränkung |
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Strukturierter Literaturvergleich |
Bachelorarbeit |
Praktikabel und in kurzer Zeit umsetzbar |
Ergebnis hängt stark von der Qualität der Suche ab |
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Masterarbeit, Dissertation |
Transparent und nachvollziehbar |
Zeitaufwendig |
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Scoping Review |
Breite, unübersichtliche Forschungsfelder |
Zeigt die Struktur eines Themas |
Bewertet die Qualität der Evidenz nicht immer |
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Meta-Analyse |
Quantitative Studien |
Fasst Ergebnisse mehrerer Studien zusammen |
Setzt vergleichbare Daten voraus |
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Bibliometrische Analyse |
Große Publikationsmengen |
Macht Cluster und Trends sichtbar |
Erfordert Datenbankzugang und Software |
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Experteninterviews |
Praxisnahe Fragestellungen |
Liefert die Perspektive aus dem Feld |
Ersetzt die Literaturanalyse nicht |
Eine systematische Literaturrecherche eignet sich, wenn Auswahlkriterien, Suchwege und Auswertung vollständig nachvollziehbar sein sollen. Ein Scoping Review ist sinnvoll, wenn zunächst die Breite und Struktur eines Forschungsfeldes geklärt werden muss.
Eine Meta-Analyse setzt vergleichbare quantitative Daten voraus. Bibliometrische Verfahren zeigen Publikationscluster, häufig zitierte Autoren und zeitliche Trends, beantworten aber nicht automatisch inhaltliche Forschungsfragen.
Die Einschätzung einer Fachperson kann auf eine mögliche Lücke hinweisen. Belegt ist die Forschungslücke damit noch nicht – dafür brauchen Sie wissenschaftliche Publikationen.
Können KI-Tools bei der Suche nach einer Forschungslücke helfen?
KI-Tools können den Einstieg beschleunigen, ersetzen aber keine Recherche in wissenschaftlichen Datenbanken. Sie eignen sich beispielsweise zur ersten Eingrenzung eines Themas, zur Bildung von Synonymen und zur Überarbeitung eines Suchstrings.
Auch große Mengen an Notizen lassen sich vorläufig strukturieren. Zudem kann ein Sprachmodell verschiedene Varianten einer Formulierung erstellen, nachdem die Forschungslücke bereits durch Literatur belegt wurde.
Risiken entstehen, wenn generierte Angaben ungeprüft übernommen werden. Sprachmodelle können nicht existente Quellen, falsche Titel oder erfundene DOI-Nummern ausgeben. Ihr Wissensstand kann veraltet sein, und ein direkter Zugang zu lizenzierten Datenbanken ist nicht grundsätzlich gegeben.
Jede genannte Publikation muss deshalb im Original überprüft werden. Weitere Hinweise zu Chancen und Grenzen bietet der Beitrag ChatGPT für die Literaturrecherche.
KI-Tools können den Einstieg beschleunigen, ersetzen aber keine Recherche in wissenschaftlichen Datenbanken. Jede Quelle, die ein Sprachmodell nennt, müssen Sie im Original prüfen – erfundene Literaturangaben sind ein bekanntes Problem.
Welche Arten von Forschungslücken gibt es?
Forschungslücken unterscheiden sich danach, welches Wissen fehlt und wodurch die Lücke entsteht. Die Einteilung hilft Ihnen, einen passenden methodischen Zugang für die eigene Untersuchung zu wählen.
Woher die Einteilung der Forschungslücken stammt
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Quelle |
Was sie beiträgt |
Kategorien |
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Robinson, K. A., Saldanha, I. J. & McKoy, N. A. (2011): Development of a framework to identify research gaps from systematic reviews. Journal of Clinical Epidemiology 64 (12), S. 1325–1330 |
Beschreibt eine Lücke über die PICOS-Elemente und fragt zusätzlich nach dem Grund ihres Bestehens |
Vier Gründe: unzureichende oder unpräzise Informationen; verzerrte Informationen; widersprüchliche oder unbekannte Konsistenz; nicht die passenden Informationen |
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Müller-Bloch, C. & Kranz, J. (2015): A Framework for Rigorously Identifying Research Gaps in Qualitative Literature Reviews. ICIS 2015 Proceedings |
Aus der Analyse von 40 Literature Reviews entwickelt und auf die tatsächliche Identifikation von Lücken ausgerichtet |
Contradictory Evidence, Knowledge Void, Action-Knowledge Conflict, Methodological Gap, Evaluation Void, Theory Application Void |
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Miles, D. A. (2017): A Taxonomy of Research Gaps – Identifying and Defining the Seven Research Gaps |
Fasst ältere Modelle zusammen und ordnet die Typen nach Häufigkeit |
Population, Empirical, Methodological, Knowledge, Theoretical, Evidence, Practical-Knowledge |
Die Einteilung in Ratgebern geht auf diese drei Arbeiten zurück. Für eine Bachelor- oder Masterarbeit müssen Sie sich nicht auf ein einziges Modell festlegen.
Die Systematik bleibt dennoch hilfreich. Sie zeigt, welche Art von Lücke Sie gefunden haben und welche Methode dazu passen könnte.
Theoretische Forschungslücke
Eine theoretische Forschungslücke liegt vor, wenn eine bestehende Theorie ein Phänomen nicht ausreichend erklärt. Auch widersprüchliche Vorhersagen zweier Modelle oder eine fehlende Variable können einen Research Gap begründen.
Ein Beispiel wäre ein Motivationsmodell, das klassische Arbeitsbedingungen erklärt, digitale Arbeitsumgebungen aber nicht berücksichtigt.
Empirische Forschungslücke
Eine empirische Forschungslücke besteht, wenn zu wenige Daten vorhanden sind oder eine relevante Zielgruppe kaum untersucht wurde. Auch kleine Stichproben und fehlende Replikationen können darauf hinweisen.
Im Rahmen empirischer Forschung könnte beispielsweise geprüft werden, ob ein bekannter Effekt auch bei Berufseinsteigern in deutschen KMU auftritt.
Methodische Forschungslücke
Eine methodische Forschungslücke entsteht, wenn ein Thema bisher fast ausschließlich mit demselben Verfahren untersucht wurde. Häufig fehlen Experimente, qualitative Interviews, Langzeitstudien oder vergleichende Designs.
Eine qualitative Forschung könnte etwa erklären, warum Ergebnisse aus standardisierten Befragungen zwischen verschiedenen Beschäftigtengruppen voneinander abweichen.
Kontextuelle Forschungslücke
Eine kontextuelle Forschungslücke liegt vor, wenn bestimmte Regionen, Branchen, Organisationstypen oder Zielgruppen fehlen. Erkenntnisse aus einem Land lassen sich nicht automatisch auf andere institutionelle Bedingungen übertragen.
Ein Beispiel sind zahlreiche US-amerikanische Studien zu hybrider Arbeit, aber nur wenige Untersuchungen in deutschen KMU.
Widersprüchliche Forschungsergebnisse
Widersprüchliche Evidenz entsteht, wenn Studien beim gleichen Thema zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Einige Untersuchungen zeigen dann einen Effekt, andere finden keinen oder sogar einen gegenläufigen Zusammenhang.
Eine neue Studie kann prüfen, ob Methode, Stichprobe oder Kontext diese Unterschiede erklären.
Zeitliche Forschungslücke
Eine zeitliche Forschungslücke liegt vor, wenn vorhandene Daten durch gesellschaftliche, technische oder rechtliche Veränderungen an Aussagekraft verlieren. Ältere Ergebnisse können unter neuen Bedingungen nur eingeschränkt übertragbar sein.
Beispiele sind Studien vor der Pandemie oder Untersuchungen aus der Zeit vor der breiten Nutzung generativer KI.
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Art der Forschungslücke |
Typisches Signal |
Beispiel |
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Theoretisch |
Die Theorie erklärt das Phänomen nicht vollständig |
Ein Modell berücksichtigt digitale Arbeitsumgebungen nicht |
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Empirisch |
Es liegen zu wenige Daten vor |
Wenige Studien zu einer bestimmten Zielgruppe |
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Methodisch |
Nur ein Zugang wurde genutzt |
Ausschließlich Fragebogenerhebungen |
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Kontextuell |
Ein Kontext fehlt |
Keine Untersuchungen zu deutschen KMU |
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Widersprüchlich |
Die Ergebnisse passen nicht zusammen |
Studien zeigen gegenläufige Effekte |
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Zeitlich |
Die Daten sind überholt |
Keine Untersuchungen nach der Verbreitung generativer KI |
Forschungslücke Beispiele
Konkrete Beispiele zeigen am besten, wie sich eine Forschungslücke aus dem bestehenden Forschungsstand ableiten lässt. Entscheidend ist dabei der vollständige Weg vom Thema über die offene Frage bis zur geeigneten Methode.
Die folgenden Beispiele zeigen mögliche Formulierungen. Ob tatsächlich eine Forschungslücke besteht, muss immer anhand aktueller wissenschaftlicher Literatur geprüft werden.
Forschungslücke Beispiel BWL
Thema: Hybride Arbeit und Mitarbeiterbindung in mittelständischen Unternehmen
Bisheriger Forschungsstand: Zahlreiche Studien untersuchen die Auswirkungen hybrider Arbeitsmodelle auf Produktivität, Arbeitszufriedenheit und Bindung. Der Schwerpunkt liegt häufig auf erfahrenen Beschäftigten in großen oder international tätigen Unternehmen.
Forschungslücke: Bisherige Studien konzentrieren sich überwiegend auf große internationale Unternehmen. Wie hybrides Arbeiten die Bindungsabsicht von Berufseinsteigern in deutschen mittelständischen Unternehmen beeinflusst, wurde bislang nur unzureichend untersucht.
Mögliche Forschungsfrage: Wie beeinflusst hybrides Arbeiten die Bindungsabsicht von Berufseinsteigern in deutschen mittelständischen Unternehmen?
Geeignete Methode: Quantitative Befragung von Berufseinsteigern in deutschen KMU, ergänzt durch qualitative Interviews zur Einordnung der Ergebnisse.
Forschungslücke Beispiel Psychologie
Thema: Social-Media-Nutzung und Stresserleben bei Studierenden
Bisheriger Forschungsstand: Viele psychologische Studien untersuchen Zusammenhänge zwischen Social-Media-Nutzung, Wohlbefinden und Stress. Häufig wird jedoch nur die tägliche Nutzungsdauer betrachtet.
Forschungslücke: Bislang ist nicht ausreichend geklärt, ob aktives und passives Nutzungsverhalten unterschiedlich mit dem subjektiven Stresserleben von Studierenden zusammenhängen. Das Lesen fremder Inhalte und die aktive Interaktion werden in vielen Untersuchungen nicht getrennt analysiert.
Mögliche Forschungsfrage: Wie unterscheiden sich aktive und passive Social-Media-Nutzung hinsichtlich ihres Zusammenhangs mit dem Stresserleben von Studierenden?
Geeignete Methode: Standardisierte Befragung mit getrennten Skalen für aktive und passive Nutzung sowie subjektiv wahrgenommenen Stress.
Forschungslücke Beispiel Pädagogik
Thema: Generative KI, Selbstlernkompetenz und kritisches Denken
Bisheriger Forschungsstand: Erste Studien untersuchen den Einsatz generativer KI im Bildungsbereich. Dabei stehen häufig Akzeptanz, Nutzungsverhalten oder mögliche Auswirkungen auf Lernergebnisse im Mittelpunkt.
Forschungslücke: Unzureichend untersucht ist, wie die regelmäßige Nutzung generativer KI die Selbstlernkompetenz und das kritische Denken von Erstsemesterstudierenden in konkreten Hochschulveranstaltungen beeinflusst. Beide Fähigkeiten werden bisher häufig getrennt betrachtet.
Mögliche Forschungsfrage: Wie beeinflusst die Nutzung generativer KI-Tools die Selbstlernkompetenz und das kritische Denken von Erstsemesterstudierenden in wirtschaftswissenschaftlichen Einführungsveranstaltungen?
Geeignete Methode: Kombination aus standardisierter Befragung, Lernjournalen und leitfadengestützten Interviews.
Forschungslücke Beispiel Informatik
Thema: Erklärbare künstliche Intelligenz aus Sicht gewöhnlicher Nutzer
Bisheriger Forschungsstand: In der Informatik werden zahlreiche technische Kennzahlen für erklärbare künstliche Intelligenz entwickelt. Sie messen unter anderem Genauigkeit, Stabilität oder Vollständigkeit einer Erklärung.
Forschungslücke: Deutlich weniger untersucht ist, wie gewöhnliche Nutzer verschiedene Erklärungsformen wahrnehmen und verstehen. Technisch präzise Erklärungen müssen nicht automatisch verständlich oder vertrauensbildend sein.
Mögliche Forschungsfrage: Welche Eigenschaften KI-generierter Erklärungen beeinflussen Verständlichkeit und Vertrauen bei Nutzern ohne technische Vorkenntnisse?
Geeignete Methode: Nutzerexperiment mit mehreren Erklärungsvarianten, anschließender Befragung und qualitativen Kurzinterviews.
Forschungslücke Beispiel Medizin
Thema: Digitale Patientenüberwachung bei älteren Menschen in der ambulanten Versorgung
Bisheriger Forschungsstand: Digitale Systeme zur Patientenüberwachung werden in verschiedenen Versorgungskontexten untersucht. Viele Studien konzentrieren sich auf technische Machbarkeit, Messgenauigkeit oder klinische Einsatzmöglichkeiten.
Forschungslücke: Weniger geklärt ist, welche Faktoren die Akzeptanz digitaler Überwachung bei älteren Patienten in der ambulanten Versorgung beeinflussen. Fragen zu Vertrauen, Bedienbarkeit und wahrgenommener Kontrolle werden nicht in allen Studien gemeinsam betrachtet.
Mögliche Forschungsfrage: Welche Faktoren beeinflussen die Akzeptanz digitaler Patientenüberwachung bei älteren Menschen in der ambulanten Versorgung?
Geeignete Methode: Qualitative Interviews mit Patienten und Fachpersonal oder eine standardisierte Akzeptanzbefragung.
Forschungslücke Beispiel Soziale Arbeit
Thema: Digitale Beratung für sozial vulnerable Gruppen
Bisheriger Forschungsstand: Digitale Beratungsangebote werden zunehmend als Ergänzung zu persönlichen Kontakten untersucht. Im Mittelpunkt stehen häufig technische Umsetzung, Reichweite und organisatorische Vorteile.
Forschungslücke: Unzureichend erforscht ist, wie sozial vulnerable Gruppen digitale Beratungsangebote hinsichtlich Zugänglichkeit und Vertrauen erleben. Digitale Barrieren, fehlende Geräte, geringe Medienkompetenz und Datenschutzbedenken werden oft nur einzeln betrachtet.
Mögliche Forschungsfrage: Welche digitalen Barrieren beeinflussen Zugang und Vertrauen sozial vulnerabler Gruppen bei der Nutzung digitaler Beratungsangebote?
Geeignete Methode: Qualitative Interviews mit Nutzern und Beratungsfachkräften, ergänzt durch eine Analyse bestehender Zugangsprozesse.
Beispiel für eine Masterarbeit
Thema: Hybride Führung, Autonomie und soziale Einbindung
Bisheriger Forschungsstand: Einige Theorien gehen davon aus, dass größere Autonomie Motivation und Arbeitszufriedenheit erhöht. Andere Ansätze betonen die Bedeutung sozialer Nähe und direkter Führung für Bindung und Leistung.
Forschungslücke: Unklar bleibt, wie Autonomie und soziale Einbindung bei hybrider Führung zusammenwirken. Vorhandene Studien untersuchen beide Faktoren häufig getrennt und nutzen überwiegend Querschnittsbefragungen.
Mögliche Forschungsfrage: Wie beeinflusst das Zusammenspiel von Autonomie, sozialer Einbindung und Führungsverhalten die Arbeitszufriedenheit in hybriden Teams?
Geeignete Methode: Mixed-Methods-Design mit standardisierter Befragung, qualitativen Interviews und Vergleich mehrerer Organisationstypen.
Beispiel für eine Dissertation
Thema: Entwicklung eines Modells zur langfristigen Nutzung generativer KI in wissensintensiven Berufen
Bisheriger Forschungsstand: Bestehende Modelle erklären Technologieakzeptanz häufig über wahrgenommenen Nutzen, Bedienbarkeit und soziale Einflüsse. Langfristige Veränderungen von Kompetenzen und Arbeitsroutinen werden darin nur begrenzt berücksichtigt.
Forschungslücke: Es fehlt ein integriertes Modell, das individuelle Akzeptanz, Kompetenzentwicklung, organisatorische Regeln und langfristige Nutzung gemeinsam erklärt. Zudem mangelt es an vergleichenden Langzeitdaten aus unterschiedlichen Berufsgruppen.
Mögliche Forschungsfrage: Wie lässt sich die langfristige Nutzung generativer KI in wissensintensiven Berufen durch ein integriertes Akzeptanz- und Kompetenzmodell erklären?
Geeignete Methode: Mehrjährige Längsschnittstudie mit mehreren Berufsgruppen, wiederholten Befragungen, Interviews und theoretischer Modellentwicklung.
Wie formuliert man eine Forschungslücke?
Eine Forschungslücke formulieren Sie, indem Sie den bekannten Forschungsstand, seine Begrenzung und den fehlenden Aspekt logisch miteinander verbinden. Danach erläutern Sie die Relevanz und leiten daraus das Ziel der eigenen Arbeit ab.
Eine gute Formulierung nennt nicht nur, was fehlt. Sie zeigt auch, worauf diese Einschätzung beruht und warum die offene Frage wissenschaftlich oder praktisch bedeutsam ist.
Schema für die Formulierung
Bisher ist bekannt, dass … Allerdings wurde … bislang nicht ausreichend untersucht. Dies ist relevant, weil … Die vorliegende Arbeit untersucht daher …
Vermeiden Sie absolute Behauptungen wie „Zu diesem Thema gibt es keine Forschung“. Meist existieren bereits angrenzende Studien, auch wenn sie eine bestimmte Zielgruppe, Methode oder Region nicht berücksichtigen.
Formulierungen und Satzanfänge
Die folgenden Satzanfänge können Sie an den konkreten Forschungsstand Ihrer Arbeit anpassen:
- Bisherige Studien konzentrieren sich überwiegend auf …, während … bislang nur unzureichend berücksichtigt wurde.
- Obwohl bereits zahlreiche Untersuchungen zu … vorliegen, ist bislang unklar, wie …
- Der aktuelle Forschungsstand liefert widersprüchliche Ergebnisse hinsichtlich …
- Für den Kontext … liegen bisher nur wenige empirische Erkenntnisse vor.
- Frühere Untersuchungen basieren überwiegend auf quantitativen Daten, während die subjektiven Erfahrungen von … kaum qualitativ untersucht wurden.
- Seit … haben sich die Rahmenbedingungen wesentlich verändert. Aktuelle Studien zu … fehlen jedoch.
Welche Formulierung passt, hängt von der Art der Forschungslücke ab. Eine fehlende Zielgruppe verlangt eine andere Begründung als widersprüchliche Ergebnisse oder veraltete Daten.
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Zweck |
Formulierung |
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Fehlende Zielgruppe |
Bisherige Studien untersuchen überwiegend … |
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Fehlender Kontext |
Für den Kontext … liegen bislang nur wenige Erkenntnisse vor. |
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Widersprüchliche Ergebnisse |
Der Forschungsstand zeigt uneinheitliche Ergebnisse hinsichtlich … |
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Fehlende Methode |
Frühere Untersuchungen basieren hauptsächlich auf … |
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Veraltete Daten |
Seit … haben sich die Bedingungen verändert, aktuelle Studien fehlen jedoch. |
Die Satzanfänge ersetzen keine Literaturbelege. Jede Aussage über den bisherigen Forschungsstand muss auf konkret ausgewerteten wissenschaftlichen Quellen beruhen.
Schlechte und gute Formulierungen im Vergleich
Typische Fehler entstehen durch absolute, ungenaue oder rein subjektive Aussagen. Eine starke Formulierung nennt dagegen konkret, welche Studien vorhanden sind und welcher Aspekt darin fehlt.
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Schwache Formulierung |
Warum das problematisch ist |
Bessere Formulierung |
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Zu diesem Thema gibt es keine Forschung. |
Eine absolute Aussage, die sich kaum belegen lässt |
Trotz vorhandener Studien fehlen Untersuchungen zu … |
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Das Thema ist sehr aktuell. |
Aktualität allein belegt keine Lücke |
Seit der Einführung von … fehlen aktuelle Daten zu … |
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Nur wenige Autoren schreiben darüber. |
Bleibt unkonkret und ist nicht überprüfbar |
Die vorhandenen Studien konzentrieren sich auf …, während … |
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Ich möchte untersuchen, ob … |
Das ist das Ziel der Arbeit, nicht die Lücke |
Bislang ist unklar, ob und unter welchen Bedingungen … |
Die stärkere Formulierung zeigt stets eine nachvollziehbare Beziehung zwischen Literatur und offenem Forschungsbedarf. Dadurch wird aus einer allgemeinen Beobachtung eine wissenschaftlich begründete Forschungslücke.
Wie hängen Forschungslücke und Forschungsfrage zusammen?
Forschungslücke und Forschungsfrage bilden zwei aufeinanderfolgende Schritte. Die Forschungslücke beschreibt den fehlenden Wissensstand, während die Forschungsfrage daraus ein konkret untersuchbares Problem macht.
Forschungsstand → Forschungslücke → Forschungsziel → Forschungsfrage → Methode
Der Forschungsstand zeigt, welche Erkenntnisse bereits vorliegen. Die Forschungslücke benennt den noch offenen Aspekt. Das Forschungsziel legt fest, welche Erkenntnis die eigene Arbeit gewinnen soll.
Die Forschungsfrage übersetzt dieses Ziel in eine präzise Frage. Die Methode bestimmt anschließend, wie die benötigten Daten erhoben und ausgewertet werden.
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Schritt |
Beispiel |
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Forschungsstand |
Viele Studien untersuchen hybride Arbeit bei erfahrenen Beschäftigten |
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Forschungslücke |
Berufseinsteiger in deutschen KMU wurden kaum untersucht |
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Forschungsziel |
Die Auswirkungen hybrider Arbeit auf diese Gruppe analysieren |
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Forschungsfrage |
Wie beeinflusst hybrides Arbeiten die Arbeitszufriedenheit von Berufseinsteigern in deutschen KMU? |
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Methode |
Quantitative Befragung oder qualitative Interviews |
Eine Forschungsfrage darf deshalb nicht unabhängig von der Literatur gewählt werden. Sie sollte logisch aus einer belegten Einschränkung des bisherigen Forschungsstands entstehen.
Aus einer Forschungslücke eine Forschungsfrage entwickeln
Um eine Forschungslücke in eine Forschungsfrage umzuwandeln, bestimmen Sie zuerst die zentralen Elemente. Dazu gehören das zu untersuchende Phänomen, die relevante Zielgruppe, der Kontext und die mögliche Beziehung zwischen Variablen.
Diese Vorlagen eignen sich für unterschiedliche Untersuchungsziele:
- Wie beeinflusst X die Variable Y bei Zielgruppe Z?
- Welche Erfahrungen machen Z mit X?
- Inwiefern unterscheidet sich X zwischen A und B?
- Welche Faktoren beeinflussen X im Kontext Y?
- Unter welchen Bedingungen tritt X auf?
- Wie lässt sich Theorie X auf Kontext Y anwenden?
Eine geeignete Forschungsfrage ist konkret, untersuchbar und ausreichend eng begrenzt. Sie muss aus der ausgewerteten Literatur folgen und mit einer realistischen Methode beantwortet werden können.
Zudem sollte sie dem Niveau der Arbeit entsprechen. Eine Bachelorarbeit benötigt meist eine enger eingegrenzte Frage, während eine Masterarbeit mehrere Variablen, Theorien oder Kontexte verbinden kann.
Wie Sie aus einem Themenfeld eine präzise Frage ableiten, zeigt der Leitfaden Forschungsfrage entwickeln. Entscheidend bleibt, dass Forschungsfrage, Datenzugang und methodisches Vorgehen zusammenpassen.
Typische Fehler beim Finden einer Forschungslücke
Beim Finden einer Forschungslücke entstehen viele Fehler nicht durch fehlendes Fachwissen, sondern durch eine zu oberflächliche Literaturauswertung. Die folgenden Punkte zeigen, was problematisch ist und wie Sie den jeweiligen Fehler vermeiden.
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Forschungslücke ohne Beleg durch Literatur
Fehler: Die Forschungslücke wird nur aus einer persönlichen Vermutung abgeleitet.
Warum das problematisch ist: Ohne wissenschaftliche Quellen lässt sich nicht prüfen, ob der offene Aspekt tatsächlich besteht oder bereits untersucht wurde.
So machen Sie es besser: Belegen Sie die Lücke mit mehreren aktuellen Publikationen, die ähnliche Einschränkungen, fehlende Kontexte oder offene Fragen zeigen.
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Ein allgemeines Thema wird als Forschungslücke ausgegeben
Fehler: Ein breites Themengebiet wie „Digitalisierung im Bildungswesen“ wird bereits als Forschungslücke bezeichnet.
Warum das problematisch ist: Ein Forschungsthema beschreibt nur den Untersuchungsbereich. Es zeigt noch nicht, welches konkrete Wissen innerhalb dieses Bereichs fehlt.
So machen Sie es besser: Grenzen Sie Zielgruppe, Kontext, Zeitraum und Variable ein. Formulieren Sie anschließend den offenen Aspekt innerhalb dieses klar begrenzten Bereichs.
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Ein Satz aus dem Abschnitt „Future Research“ wird unverändert übernommen
Fehler: Eine Empfehlung für künftige Forschung wird direkt als eigene Forschungslücke verwendet.
Warum das problematisch ist: Die Empfehlung kann sehr allgemein formuliert oder durch neuere Untersuchungen bereits überholt sein.
So machen Sie es besser: Prüfen Sie die Empfehlung anhand aktueller Publikationen. Übernehmen Sie nur den Aspekt, der nachweislich weiterhin offen und für Ihre Arbeit relevant ist.
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Ein älterer Artikel wird genutzt, ohne neuere Studien zu prüfen
Fehler: Die Forschungslücke wird aus einer mehrere Jahre alten Publikation abgeleitet.
Warum das problematisch ist: Spätere Studien könnten die dort beschriebene Lücke bereits geschlossen oder deutlich eingegrenzt haben.
So machen Sie es besser: Suchen Sie gezielt nach neueren Arbeiten, die den älteren Artikel zitieren. Prüfen Sie außerdem aktuelle Reviews und Publikationen aus den letzten Jahren.
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Die Lücke ist zu breit angelegt
Fehler: Die Forschungslücke umfasst gleichzeitig mehrere Zielgruppen, Länder, Variablen und theoretische Ansätze.
Warum das problematisch ist: Eine zu breite Lücke lässt sich innerhalb einer Bachelor- oder Masterarbeit häufig nicht vollständig untersuchen.
So machen Sie es besser: Reduzieren Sie die Fragestellung auf einen klaren Kontext, eine konkrete Zielgruppe und eine überschaubare Beziehung zwischen Variablen.
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Die Lücke ist unbedeutend oder künstlich konstruiert
Fehler: Ein beliebiges Detail wird als Forschungslücke dargestellt, obwohl seine Untersuchung keinen erkennbaren Erkenntnisgewinn bietet.
Warum das problematisch ist: Nicht jeder fehlende Datenpunkt ist automatisch wissenschaftlich oder praktisch relevant.
So machen Sie es besser: Erläutern Sie, warum die Beantwortung der offenen Frage für das Fachgebiet, eine Theorie oder einen konkreten Anwendungskontext wichtig ist.
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Forschungslücke und Forschungsziel werden vermischt
Fehler: Die Formulierung beschreibt nur, was die eigene Arbeit untersuchen soll.
Warum das problematisch ist: Das Forschungsziel benennt die geplante Untersuchung. Die Forschungslücke zeigt dagegen, welches Wissen im bisherigen Forschungsstand fehlt.
So machen Sie es besser: Formulieren Sie zuerst die Einschränkung der vorhandenen Forschung. Leiten Sie daraus anschließend das Ziel Ihrer Arbeit ab.
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Forschungslücke und Forschungsfrage werden vermischt
Fehler: Eine Frage wird direkt als Forschungslücke dargestellt.
Warum das problematisch ist: Die Forschungsfrage ist bereits die konkrete Umsetzung der Lücke in ein untersuchbares Problem.
So machen Sie es besser: Beschreiben Sie zunächst den fehlenden Wissensstand. Formulieren Sie danach eine Frage, die genau diesen offenen Aspekt untersucht.
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Die Fragestellung ist methodisch nicht umsetzbar
Fehler: Die geplante Untersuchung erfordert Daten, Stichproben oder Verfahren, die im Rahmen der Arbeit nicht zugänglich sind.
Warum das problematisch ist: Eine theoretisch interessante Lücke ist ungeeignet, wenn sie mit den verfügbaren Ressourcen nicht untersucht werden kann.
So machen Sie es besser: Prüfen Sie frühzeitig Datenzugang, Zeitrahmen, Stichprobengröße, ethische Anforderungen und methodische Kenntnisse.
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Es wird behauptet, es gebe überhaupt keine Forschung zum Thema
Fehler: Die Formulierung lautet: „Zu diesem Thema gibt es keine Forschung.“
Warum das problematisch ist: Eine solche absolute Aussage ist nur selten belegbar. Häufig existieren angrenzende Studien, andere Begriffe oder Veröffentlichungen in weiteren Sprachen.
So machen Sie es besser: Formulieren Sie präziser, welcher Kontext, welche Zielgruppe oder welche Methode bislang nur unzureichend berücksichtigt wurde.
- Es wird ausschließlich über die normale Google-Suche recherchiert
Fehler: Die Literaturrecherche beschränkt sich auf frei zugängliche Webseiten und gewöhnliche Suchergebnisse.
Warum das problematisch ist: Relevante Fachartikel, systematische Reviews und lizenzierte Datenbanken werden dadurch möglicherweise nicht erfasst.
So machen Sie es besser: Nutzen Sie wissenschaftliche Suchsysteme, Fachdatenbanken, Bibliothekskataloge und die Rechercheangebote Ihrer Hochschule.
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Englischsprachige Literatur wird ignoriert
Fehler: Die Suche erfolgt nur mit deutschen Begriffen und ausschließlich nach deutschsprachigen Publikationen.
Warum das problematisch ist: Ein großer Teil der internationalen Forschung wird auf Englisch veröffentlicht. Dadurch kann ein bereits untersuchter Aspekt fälschlich als Lücke erscheinen.
So machen Sie es besser: Erstellen Sie deutsche und englische Suchbegriffe, ergänzen Sie Synonyme und vergleichen Sie die Ergebnisse aus beiden Sprachräumen.
Eine Forschungslücke, die sich nicht durch Literatur bestätigen lässt, muss bereits vor der Abgabe des Exposés überarbeitet werden. Im Fazit der Bachelorarbeit sollte später deutlich werden, in welchem Umfang die Untersuchung zur Bearbeitung dieser Lücke beigetragen hat.
Checkliste für eine gute Forschungslücke
Eine gute Forschungslücke ist wissenschaftlich belegt, klar eingegrenzt und mit einer realistischen Methode untersuchbar. Mit der folgenden Checkliste können Sie prüfen, ob Ihre Formulierung diese Anforderungen erfüllt.
Wenn Sie die Forschungslücke nicht mit aktueller wissenschaftlicher Literatur belegen und in eine konkrete Forschungsfrage übertragen können, ist sie noch nicht ausreichend definiert.
Beispielprozess – von der Literatur zur Forschungslücke
Der folgende Beispielprozess zeigt, wie Sie schrittweise eine Forschungslücke finden und daraus eine Forschungsfrage sowie eine geeignete Methode ableiten. Das Thema „hybrides Arbeiten“ wird dafür von der ersten Eingrenzung bis zum Forschungsdesign weiterentwickelt.
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Schritt |
Ergebnis |
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Thema |
Hybrides Arbeiten |
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Eingrenzung |
Berufseinsteiger in deutschen KMU |
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Suchanfrage |
(„hybrid work“ OR „hybrides Arbeiten“) AND („job satisfaction“ OR Arbeitszufriedenheit) AND („young employees“ OR Berufseinsteiger) |
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Literaturbefund |
Die gefundenen Studien untersuchen überwiegend erfahrene Beschäftigte in großen Unternehmen |
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Wiederkehrende Limitation |
Kleine oder homogene Stichproben, kaum Daten aus dem Mittelstand |
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Offener Aspekt |
Wenig belastbare Daten zu Berufseinsteigern in KMU |
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Forschungslücke |
Wie hybrides Arbeiten die Arbeitszufriedenheit von Berufseinsteigern in deutschen mittelständischen Unternehmen beeinflusst, ist bislang kaum untersucht |
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Relevanzprüfung |
Praktisch relevant für die Personalarbeit im Mittelstand und mit vertretbarem Aufwand untersuchbar |
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Forschungsfrage |
Wie beeinflusst hybrides Arbeiten die Arbeitszufriedenheit von Berufseinsteigern in deutschen KMU? |
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Methode |
Quantitative Befragung oder leitfadengestützte Interviews |
Dieser Ablauf lässt sich auf nahezu jedes Fachgebiet übertragen. Das Thema, die Suchbegriffe und die geeignete Methode verändern sich, die grundlegende Logik bleibt jedoch gleich.
Sie beginnen mit einer Eingrenzung, vergleichen den aktuellen Forschungsstand und identifizieren wiederkehrende Einschränkungen. Erst danach formulieren Sie die Forschungslücke und leiten daraus die Forschungsfrage ab.
Häufig gestellte Fragen zur Forschungslücke
Was ist eine Forschungslücke?
Eine Forschungslücke ist ein wissenschaftlich relevanter Aspekt, der im bisherigen Forschungsstand noch nicht oder nicht ausreichend untersucht wurde. Sie kann eine fehlende Zielgruppe, einen unbeachteten Kontext, widersprüchliche Ergebnisse, eine fehlende Methode oder veraltete Daten betreffen. Eine belastbare Forschungslücke wird immer durch wissenschaftliche Literatur belegt.
Wie findet man eine Forschungslücke?
Eine Forschungslücke finden Sie durch eine systematische Analyse des aktuellen Forschungsstands. Grenzen Sie zunächst das Thema ein, recherchieren Sie wissenschaftliche Literatur und vergleichen Sie die Studien in einer Literaturmatrix. Achten Sie dabei auf offene Fragen, wiederkehrende Limitationen, fehlende Zielgruppen, methodische Einseitigkeit und widersprüchliche Ergebnisse.
Wie erkennt man eine Forschungslücke?
Eine Forschungslücke erkennen Sie häufig an wiederkehrenden Mustern in mehreren Publikationen. Dazu gehören fehlende Daten zu einer bestimmten Gruppe, veraltete Untersuchungen, unterschiedliche Ergebnisse oder der Einsatz nur einer Methode. Ein einzelner Hinweis reicht nicht aus. Prüfen Sie deshalb, ob aktuelle wissenschaftliche Quellen denselben offenen Aspekt bestätigen.
Wie formuliert man eine Forschungslücke?
Beginnen Sie mit dem bekannten Forschungsstand und nennen Sie anschließend dessen konkrete Einschränkung. Erklären Sie, welcher Aspekt unzureichend untersucht wurde und warum dies relevant ist. Danach können Sie das Ziel der eigenen Arbeit ableiten. Absolute Aussagen wie „Dazu gibt es keine Forschung“ sollten Sie vermeiden.
Wie hängen Forschungslücke und Forschungsfrage zusammen?
Die Forschungslücke beschreibt, welches Wissen fehlt. Die Forschungsfrage übersetzt diesen offenen Aspekt in eine konkret untersuchbare Frage. Zwischen beiden steht häufig das Forschungsziel, das festlegt, welche Erkenntnis die Arbeit gewinnen soll. Die Forschungsfrage muss daher logisch aus dem belegten Forschungsstand hervorgehen.
Muss jede Bachelorarbeit eine Forschungslücke haben?
Eine Bachelorarbeit sollte einen erkennbaren offenen Aspekt bearbeiten. Dieser muss jedoch kein vollständig unbekanntes wissenschaftliches Phänomen betreffen. Eine eng begrenzte Lücke reicht häufig aus, etwa eine neue Zielgruppe, ein anderer regionaler Kontext oder die Überprüfung eines bekannten Zusammenhangs mit einer weiteren Methode.
Kann eine Bachelorarbeit mehrere Forschungslücken behandeln?
Grundsätzlich können mehrere eng miteinander verbundene Lücken berücksichtigt werden. Für eine Bachelorarbeit ist jedoch meist eine zentrale Forschungslücke sinnvoller als mehrere parallele Fragestellungen. Zu viele offene Aspekte machen das Thema schnell zu breit und erschweren eine klare Forschungsfrage sowie ein realistisches methodisches Vorgehen.
Wie viele Quellen braucht man für eine Forschungslücke?
Eine feste Mindestzahl gibt es nicht. Entscheidend sind Qualität, Aktualität und Vollständigkeit des ausgewerteten Forschungsstands. Die Lücke sollte nicht nur auf einer einzelnen Publikation beruhen. Mehrere relevante Quellen müssen zeigen, dass der offene Aspekt tatsächlich besteht und nicht bereits durch neuere Forschung bearbeitet wurde.
Wo steht die Forschungslücke in einer wissenschaftlichen Arbeit?
Die Forschungslücke steht häufig in der Einleitung oder direkt nach der Darstellung des Forschungsstands. Sie wird vor Forschungsziel und Forschungsfrage formuliert, damit die Leser die Logik der Untersuchung nachvollziehen können. Hinweise zur geeigneten Platzierung finden Sie im Beitrag zur Einleitung der Bachelorarbeit.
Ist eine Forschungslücke dasselbe wie ein Forschungsproblem?
Nein. Das Forschungsproblem beschreibt eine Schwierigkeit oder offene Situation innerhalb eines Themenfeldes. Die Forschungslücke zeigt genauer, welches Wissen dazu im bisherigen Forschungsstand fehlt. Aus der Forschungslücke wird anschließend eine konkrete Forschungsfrage entwickelt, die mit einer geeigneten Methode untersucht werden kann.
Wo findet man wissenschaftliche Literatur?
Wissenschaftliche Literatur finden Sie in Hochschulbibliotheken, Fachdatenbanken, BASE, Fachinformationsdiensten und Google Scholar. Je nach Fach eignen sich außerdem Scopus, Web of Science, PubMed oder PsycINFO. Nutzen Sie deutsche und englische Suchbegriffe, prüfen Sie Literaturverzeichnisse und suchen Sie nach neueren Arbeiten, die zentrale Studien zitieren.
Sie haben ein Thema, sind aber unsicher, ob daraus eine tragfähige Forschungslücke entsteht? Wir unterstützen Sie dabei, den Forschungsstand einzugrenzen, offene Aspekte zu identifizieren und daraus eine passende Forschungsfrage zu entwickeln.
Eine Unterstützung kann sinnvoll sein, wenn das Thema noch zu breit ist, die Literatur schwer vergleichbar bleibt oder die logische Verbindung zur Forschungsfrage fehlt. Sie können dafür eine Literaturrecherche schreiben lassen oder Unterstützung beim Exposé schreiben lassen anfragen.
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Karl Burzynski ist Experte für akademisches Schreiben mit mehr als acht Jahren Berufserfahrung. Seine Schwerpunkte sind wissenschaftliche Methodik und digitales Lernmanagement. Er hat bereits hunderte Bachelor‑ und Masterarbeiten betreut und publiziert regelmäßig zu Themen wie Forschungsdesign und wissenschaftliche Ethik.



