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Paraphrasieren mit Originaltext und Anleitung – Illustration zum wissenschaftlichen Schreiben

Paraphrasieren: Beispiele mit Originaltext und Anleitung

Paraphrasieren Mit Originaltext Und Anleitung – Illustration Zum Wissenschaftlichen Schreiben

Richtig zu paraphrasieren bedeutet, den Gedanken einer Quelle in einer eigenständigen Formulierung wiederzugeben, ohne Aussage, Gewichtung oder Quellenbezug zu verändern. Eine wissenschaftlich korrekte Paraphrase erfüllt dabei immer drei Voraussetzungen: Sie verwendet eine eigene sprachliche Struktur, gibt den Inhalt sinngenau wieder und verweist eindeutig auf die verwendete Quelle. Erst das Zusammenspiel dieser drei Elemente macht aus einer Umformulierung eine zulässige Paraphrase.

In diesem Leitfaden lernen Sie Schritt für Schritt, wie Sie wissenschaftliche Texte richtig paraphrasieren. Sie finden eine praktische Anleitung, zahlreiche Paraphrasieren Beispiele mit Originaltext, typische Fehler, Hinweise zur Quellenangabe sowie Erläuterungen zum Konjunktiv und zum Einsatz von KI. Außerdem erfahren Sie, woran Sie erkennen, ob Ihre eigene Formulierung noch zu nah am Original liegt oder dessen Aussage unbeabsichtigt verändert.

Welcher Zitierstil für Ihre wissenschaftliche Arbeit gilt, richtet sich nicht nach einer allgemeinen Regel, sondern nach den Vorgaben Ihrer Hochschule, Ihres Fachbereichs oder Ihrer Betreuung.

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Was bedeutet Paraphrasieren?

Paraphrasieren bedeutet, fremde Inhalte sinngemäß in eigenen Worten und mit eigener Satzstruktur wiederzugeben und die Quelle eindeutig zu belegen. Im wissenschaftlichen Arbeiten steht dabei nicht die sprachliche Veränderung einzelner Wörter im Mittelpunkt, sondern die korrekte Übernahme eines Gedankens. Eine Paraphrase verändert weder die Aussage noch deren Einschränkungen oder Gewichtung und bleibt jederzeit nachvollziehbar belegt.

In vielen wissenschaftlichen Kontexten entspricht eine Paraphrase einem sinngemäßen beziehungsweise indirekten Zitat. Sie wird ohne Anführungszeichen in den Fließtext integriert und durch einen Quellenbeleg kenntlich gemacht. Dass der Wortlaut verändert wurde, bedeutet nicht, dass die zugrunde liegende Idee zur eigenen Aussage wird.

Eine häufige Fehlvorstellung besteht darin, Paraphrasieren mit dem bloßen Ersetzen einzelner Wörter gleichzusetzen. Reine Synonymwechsel führen jedoch oft zu einer Formulierung, die sprachlich zu nah am Original bleibt. Entscheidend ist vielmehr, dass Sie den Inhalt zunächst verstehen und anschließend mit einer eigenen Satzstruktur in Ihre Argumentation einordnen. Weitere Grundlagen zum wissenschaftlichen Arbeiten finden Sie im Beitrag akademisches Schreiben.

Eine gelungene Paraphrase erkennen Sie an vier Merkmalen:

  • Der Inhalt wird vollständig und korrekt wiedergegeben.
  • Die Formulierung und Satzstruktur sind sprachlich eigenständig.
  • Der Umfang der übernommenen Aussage bleibt klar erkennbar.
  • Die Quelle ist vollständig und nachvollziehbar belegt.

Ob eine Paraphrase kürzer, länger oder ungefähr gleich lang wie der Originaltext ausfällt, hängt vom jeweiligen Zweck innerhalb Ihrer wissenschaftlichen Arbeit ab. Maßgeblich ist nicht die Länge, sondern die inhaltliche Genauigkeit.

Paraphrase, direktes Zitat oder Zusammenfassung – der Unterschied

Eine Paraphrase gibt einen fremden Gedanken sinngemäß wieder, ein direktes Zitat übernimmt den Wortlaut und eine Zusammenfassung verdichtet einen größeren Text. Welche Form geeignet ist, hängt davon ab, welche Funktion die fremde Quelle in Ihrer Argumentation erfüllt.

Eine Paraphrase eignet sich immer dann, wenn Sie eine Aussage in Ihren eigenen Gedankengang integrieren möchten. Der Inhalt bleibt erhalten, wird jedoch sprachlich neu formuliert und mit einem Quellenbeleg versehen. Dadurch entsteht ein flüssiger wissenschaftlicher Text, ohne den ursprünglichen Sinn zu verändern.

Ein direktes Zitat ist sinnvoll, wenn gerade die konkrete Formulierung entscheidend ist. Das betrifft beispielsweise Definitionen, rechtliche Formulierungen oder besonders prägnante Aussagen, deren Wortlaut selbst Gegenstand der Analyse ist. In diesen Fällen wird die Passage wörtlich übernommen und entsprechend gekennzeichnet.

Eine Zusammenfassung verfolgt ein anderes Ziel. Sie fasst mehrere Aussagen, einen längeren Abschnitt oder sogar ein ganzes Werk komprimiert zusammen. Dabei werden Einzelargumente zugunsten eines Gesamtüberblicks verdichtet. Auch hier gilt: Fremde Gedanken benötigen unabhängig von ihrer Form immer einen nachvollziehbaren Quellenbezug.

Die Unterschiede lassen sich gut anhand der folgenden Übersicht erkennen.

Form

Wortlaut

Typischer Umfang

Kennzeichnung

Sinnvoll, wenn

Paraphrase

Eigene Wörter und Struktur

Gedanke oder Passage

Quellenbeleg, keine Anführungszeichen

Aussage in die eigene Argumentation integriert wird

Direktes Zitat

Wortwörtlich

Meist kurze prägnante Stelle

Anführungszeichen bzw. Blockzitat + Beleg

Genauer Wortlaut entscheidend ist

Zusammenfassung

Eigene verdichtete Darstellung

Abschnitt, Kapitel oder Werk

Quellenrahmen klar markieren

Überblick statt Einzelargument benötigt wird

Richtig paraphrasieren in 5 Schritten

Eine belastbare Paraphrase entsteht in fünf Schritten: verstehen, reduzieren, neu formulieren, vergleichen und belegen. Entscheidend ist, dass Sie den Originaltext nicht Satz für Satz umschreiben, während Sie gleichzeitig auf jedes einzelne Wort schauen. Dadurch entsteht häufig eine Formulierung, die dem Ausgangstext sprachlich zu ähnlich bleibt. Prüfen Sie deshalb immer zwei Aspekte getrennt: Zuerst, ob Ihre Paraphrase den Inhalt korrekt wiedergibt, und anschließend, ob sie sich sprachlich ausreichend vom Original unterscheidet. Die folgenden fünf Schritte helfen Ihnen dabei, beide Anforderungen systematisch zu erfüllen.

1. Originaltext vollständig verstehen

Lesen Sie die Passage so oft, bis Sie Kernaussage, Begründung, Einschränkungen und relevante Fachbegriffe ohne Rückgriff auf einzelne Formulierungen erklären können. Bevor Sie überhaupt an eine sprachliche Umformulierung denken, sollten Sie den gedanklichen Aufbau des Originaltexts nachvollziehen. Markieren Sie deshalb zunächst die zentrale Behauptung, die Begründung, mögliche Bedingungen, Zahlen oder Beispiele sowie alle Einschränkungen, die für die Aussage wichtig sind.

Unklare Fachbegriffe sollten Sie sofort nachschlagen, anstatt sie später durch vermeintlich passende Synonyme zu ersetzen. Erst wenn Sie den Inhalt vollständig verstanden haben, können Sie entscheiden, welche Informationen für Ihre eigene Argumentation tatsächlich relevant sind. Der häufigste Fehler entsteht bereits in diesem Schritt: Viele Studierende beginnen mit der Suche nach anderen Wörtern, obwohl sie den eigentlichen Sinn noch nicht vollständig erfasst haben.

Ergebnis dieses Schritts: eine in Stichpunkten verstandene Aussage ohne kopierte Satzteile.

2. Nur die relevante Kernaussage notieren

Notieren Sie nur die Information, die Ihre eigene Argumentation tatsächlich benötigt, und halten Sie Quelle und Seitenzahl sofort fest. Eine wissenschaftliche Paraphrase übernimmt nicht automatisch den gesamten Originaltext. Sie wählen gezielt diejenigen Informationen aus, die Ihre Fragestellung unterstützen. Dabei dürfen Sie Inhalte weglassen, solange dadurch die ursprüngliche Aussage nicht verkürzt oder verfälscht wird.

Achten Sie besonders darauf, Einschränkungen, Bedingungen oder Einordnungen nicht zu verlieren. Gerade sie entscheiden häufig darüber, wie weit eine Aussage tatsächlich reicht. Erfassen Sie außerdem bereits in Ihren Notizen den vollständigen Quellenbeleg einschließlich der Seitenzahl. Dadurch vermeiden Sie später zeitaufwendige Nachrecherchen oder unvollständige Literaturangaben.

Ergebnis dieses Schritts: eine quellengebundene Kernaussage mit klarer Funktion im eigenen Absatz.

3. Quelle weglegen und eigenständig formulieren

Legen Sie den Originaltext beiseite und formulieren Sie den Gedanken aus Ihren Notizen mit eigener Satzstruktur, Informationsreihenfolge und Schwerpunktsetzung. Erst jetzt beginnt die eigentliche Paraphrase. Arbeiten Sie ausschließlich mit Ihren Stichpunkten und prüfen Sie den Originaltext erst wieder, wenn eine erste Fassung entstanden ist.

Dabei können Sie Informationen neu anordnen, mehrere Sätze zusammenführen oder längere Aussagen in mehrere kürzere Abschnitte aufteilen. Auch Ober- und Unterbegriffe lassen sich verwenden, sofern der fachliche Sinn erhalten bleibt. Ein Wechsel zwischen Aktiv und Passiv ist ebenfalls möglich, solange sich dadurch nicht verändert, wer handelt oder wofür Verantwortung trägt. Fachbegriffe sollten Sie dagegen nur dann ersetzen, wenn dadurch keine fachliche Präzision verloren geht.

Ergebnis dieses Schritts: eine sprachlich eigenständige Rohfassung der Paraphrase.

4. Inhalt und sprachliche Distanz prüfen

Vergleichen Sie Paraphrase und Original getrennt auf Bedeutungsgenauigkeit, übernommene Formulierungen, Zahlen, Einschränkungen und die Reichweite der Aussage. Führen Sie diesen Vergleich in zwei Durchgängen durch. Im ersten Schritt kontrollieren Sie ausschließlich den Inhalt. Prüfen Sie, ob Ursache und Wirkung, Bewertungen, Wahrscheinlichkeiten oder Einschränkungen unverändert geblieben sind und keine zusätzliche Aussage hinzugekommen ist.

Im zweiten Durchgang betrachten Sie nur die sprachliche Gestaltung. Vergleichen Sie Satzbau, Informationsreihenfolge und Formulierungen mit dem Original. Wenn größere Satzteile nahezu identisch geblieben sind oder sich lediglich einzelne Wörter unterscheiden, ist die sprachliche Distanz meist noch nicht ausreichend.

Ergebnis dieses Schritts: eine sinngenaue Paraphrase ohne Patchwriting.

5. Quellenbeleg und Einbettung ergänzen

Ergänzen Sie den Quellenbeleg nach dem vorgeschriebenen Zitierstil und machen Sie im Absatz eindeutig, wo die fremde Aussage beginnt und endet. Der Quellenbeleg gehört nicht erst an das Ende des Schreibprozesses, sondern ist ein fester Bestandteil jeder wissenschaftlichen Paraphrase. Je nach Zitierstil erfolgt der Nachweis im Text oder über eine Fußnote. Anschließend sollte die verwendete Quelle vollständig im Literaturverzeichnis erscheinen.

Eine Paraphrase sollte außerdem nicht isoliert im Text stehen. Erläutern Sie nach der Wiedergabe der fremden Aussage kurz, weshalb diese Information für Ihre eigene Argumentation relevant ist oder wie sie in den weiteren Gedankengang einordnet. Hinweise zum sprachlichen Aufbau solcher Absätze finden Sie im Beitrag wissenschaftlicher Schreibstil.

Ergebnis dieses Schritts: eine belegte und argumentativ eingebettete Paraphrase.

Paraphrasieren – Beispiele mit Originaltext

Die folgenden Paraphrasieren-Beispiele zeigen nicht nur eine mögliche Lösung, sondern auch, warum eine Version zu nah am Original liegt oder dessen Aussage verändert. Jeder Abschnitt folgt derselben Struktur: Sie sehen zunächst einen Originaltext, anschließend eine sprachlich zu ähnliche Fassung (Zu nah), danach eine inhaltlich fehlerhafte Variante (Sinnentstellend) und schließlich eine gelungene Paraphrase mit Quellenbeleg. Eine kurze Begründung erläutert jeweils, weshalb eine Formulierung wissenschaftlich geeignet oder ungeeignet ist.

Soweit nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, handelt es sich bei allen Originaltexten um didaktische Beispiele in eigener Darstellung. Bibliografische Angaben dienen ausschließlich als Musterbelege, damit Sie den Aufbau einer wissenschaftlichen Paraphrase nachvollziehen können. Wo reale Quellen verwendet werden, werden diese eindeutig kenntlich gemacht.

Ziel der Beispiele ist nicht, eine einzige „richtige“ Formulierung vorzugeben. Sie sollen zeigen, welche sprachlichen Entscheidungen eine Paraphrase wissenschaftlich nachvollziehbar machen und an welchen Stellen typische Fehler wie Patchwriting oder Sinnverschiebungen entstehen. So können Sie Ihre eigenen Texte später anhand derselben Kriterien überprüfen.

Beispiel 1 – einen einzelnen Satz paraphrasieren

Einen einzelnen Satz paraphrasieren Sie korrekt, wenn Kernaussage und Einschränkung erhalten bleiben, die sprachliche Struktur jedoch eigenständig ist. Das gelingt nicht durch den Austausch einzelner Wörter, sondern durch eine neue Satzstruktur und eine eigenständige Gewichtung der Informationen.

Version

Was gezeigt wird

Bewertung

Originaltext

„Hybride Lehrformate können die zeitliche Flexibilität von Studierenden erhöhen, sofern technische Infrastruktur und didaktische Konzeption zuverlässig aufeinander abgestimmt sind.“

Didaktisches Beispiel, eigene Darstellung; bibliografische Angaben sind Musterbelege.

Basis

Zu nah

Hybride Lehrformate können die zeitliche Flexibilität der Studierenden verbessern, wenn technische Infrastruktur und didaktisches Konzept zuverlässig abgestimmt sind.

Patchwriting-Risiko

Sinnentstellend

Hybride Lehrformate erhöhen die zeitliche Flexibilität der Studierenden, weil digitale Lehrkonzepte grundsätzlich besser funktionieren.

Inhaltlich falsch

Gelungene Paraphrase

Nach dem Musterbeleg hängt ein möglicher Flexibilitätsgewinn hybrider Lehrformate davon ab, dass technische und didaktische Voraussetzungen gemeinsam erfüllt werden (Musterautor, 2026, S. 15).

Korrektes Lernbeispiel

Begründung

Die zweite Version ersetzt lediglich einzelne Wörter und übernimmt Satzbau sowie Informationsreihenfolge nahezu vollständig. Dadurch entsteht ein typisches Patchwriting-Risiko. Die dritte Version verändert den Sinn, weil aus einer Bedingung eine allgemeine Ursache gemacht wird. Die gelungene Paraphrase formuliert die Aussage mit einer eigenen Satzstruktur, übernimmt die Einschränkung vollständig und ergänzt einen korrekten Quellenbeleg.

Beispiel 2 – einen längeren Absatz paraphrasieren

Eine längere Passage paraphrasieren Sie, indem Sie die für Ihre Argumentation relevanten Aussagen auswählen und den Quellenrahmen über mehrere Sätze hinweg eindeutig aufrechterhalten.

 

Version

Was gezeigt wird

Bewertung

Originaltext

„Hybride Lehrveranstaltungen erweitern den Zugang zu Lehrangeboten insbesondere für Studierende mit Berufstätigkeit oder Betreuungspflichten. Gleichzeitig zeigen Evaluationen, dass technische Ausstattung allein keine höhere Lernqualität garantiert. Entscheidend ist vielmehr, ob digitale und Präsenzphasen didaktisch sinnvoll miteinander verzahnt werden und Lehrende entsprechende Methoden gezielt einsetzen. Hochschulen sollten deshalb sowohl Infrastruktur als auch didaktische Weiterbildung gemeinsam weiterentwickeln.“

Didaktisches Beispiel, eigene Darstellung; bibliografische Angaben sind Musterbelege.

Basis

Zu nah

Hybride Lehrveranstaltungen erweitern den Zugang für Studierende mit Berufstätigkeit oder Betreuungspflichten. Technische Ausstattung allein garantiert jedoch keine höhere Lernqualität. Entscheidend bleibt die didaktisch sinnvolle Verbindung von digitalen und Präsenzphasen.

Patchwriting-Risiko

Sinnentstellend

Hybride Lehrveranstaltungen verbessern den Zugang automatisch. Moderne Technik erhöht außerdem die Lernqualität, sodass didaktische Konzepte nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Inhaltlich falsch

Gelungene Paraphrase

Nach dem Musterbeleg erleichtern hybride Lehrformate bestimmten Studierendengruppen den Zugang zur Hochschullehre. Eine hohe Lernqualität entsteht jedoch nicht allein durch technische Ausstattung, sondern setzt eine didaktisch abgestimmte Verbindung von digitalen und Präsenzphasen sowie entsprechend qualifizierte Lehrende voraus (Musterautor, 2026, S. 48–49).

Korrektes Lernbeispiel

Begründung

Die zweite Version übernimmt die Argumentationsstruktur und die Reihenfolge der Informationen weitgehend unverändert. Deshalb bleibt sie sprachlich zu nah am Original. Die dritte Version verändert den Inhalt erheblich, weil sie der technischen Ausstattung eine alleinige Wirkung auf die Lernqualität zuschreibt und die Bedeutung didaktischer Konzepte relativiert. Die gelungene Paraphrase formuliert den Gedanken eigenständig, erhält jedoch Aussage, Einschränkungen und Quellenbezug vollständig.

Beispiel 3 – Zahlen und Studienergebnisse wiedergeben

Beim Paraphrasieren von Studienergebnissen müssen Stichprobe, Prozentwerte, Einschränkungen und der Geltungsbereich der Ergebnisse exakt erhalten bleiben.

Version

Was gezeigt wird

Bewertung

Originaltext

„Eine Befragung von n = 412 Studierenden ergab, dass 68 % der Teilnehmenden hybride Lehrveranstaltungen gegenüber ausschließlich digitalen Formaten bevorzugten. Die Untersuchung beschreibt einen statistischen Zusammenhang innerhalb der befragten Gruppe; Aussagen über Ursachen oder andere Hochschulen werden ausdrücklich nicht getroffen.“ (Musterautor, 2026, S. 27)

Basis

Zu nah

Eine Befragung von 412 Studierenden ergab, dass 68 % hybride Lehrveranstaltungen gegenüber rein digitalen Formaten bevorzugten. Aussagen über Ursachen oder andere Hochschulen werden ausdrücklich nicht getroffen.

Patchwriting-Risiko

Sinnentstellend

Die Untersuchung beweist, dass hybride Lehrveranstaltungen an allen Hochschulen bessere Ergebnisse erzielen als ausschließlich digitale Formate.

Inhaltlich falsch

Gelungene Paraphrase

Im Musterbeleg sprach sich die Mehrheit der 412 befragten Studierenden (68 %) für hybride Lehrveranstaltungen aus. Die Ergebnisse gelten ausschließlich für die untersuchte Stichprobe und erlauben keine Aussagen über ursächliche Zusammenhänge oder andere Hochschulen (Musterautor, 2026, S. 27).

Korrektes Lernbeispiel

Begründung

Die zweite Version übernimmt Formulierungen und Satzstruktur weitgehend unverändert und unterscheidet sich daher sprachlich zu wenig vom Original. Die dritte Version verfälscht den Inhalt, weil sie aus einem statistischen Zusammenhang einen allgemeinen Kausalnachweis ableitet und den Geltungsbereich der Ergebnisse unzulässig erweitert. Die gelungene Paraphrase übernimmt alle Zahlen, Einschränkungen und den Quellenbezug korrekt, formuliert die Aussage jedoch mit einer eigenständigen sprachlichen Struktur.

Beispiel 4 – Definitionen und Fachbegriffe paraphrasieren

Definitionen und Fachbegriffe paraphrasieren Sie, indem Sie die fachliche Aussage vollständig erhalten, gleichzeitig jedoch eine eigenständige sprachliche Struktur verwenden. Standardisierte Fachbegriffe dürfen dabei unverändert übernommen werden, wenn ihre Ersetzung die fachliche Präzision beeinträchtigen würde.

Version

Was gezeigt wird

Bewertung

Originaltext

„Unter Patchwriting versteht man eine Form der Textübernahme, bei der einzelne Wörter oder Formulierungen verändert werden, Satzstruktur und gedanklicher Aufbau des Originals jedoch weitgehend erhalten bleiben.“

Didaktisches Beispiel, eigene Darstellung; bibliografische Angaben sind Musterbelege.

Basis

Zu nah

Patchwriting ist eine Form der Textübernahme, bei der einzelne Wörter geändert werden, während Satzstruktur und gedanklicher Aufbau des Originals weitgehend erhalten bleiben.

Patchwriting-Risiko

Sinnentstellend

Patchwriting bedeutet, dass wissenschaftliche Texte vollständig neu formuliert werden und deshalb ohne Quellenangabe verwendet werden dürfen.

Inhaltlich falsch

Gelungene Paraphrase

Nach dem Musterbeleg bezeichnet Patchwriting eine nur oberflächliche sprachliche Überarbeitung, bei der die Struktur und Argumentationsfolge des Ausgangstextes im Wesentlichen bestehen bleiben. Aus diesem Grund gilt Patchwriting nicht als wissenschaftlich eigenständige Paraphrase (Musterautor, 2026, S. 33).

Korrektes Lernbeispiel

Begründung

Die zweite Version verändert lediglich einzelne Wörter und übernimmt den Satzbau nahezu unverändert. Dadurch fehlt die notwendige sprachliche Eigenständigkeit. Die dritte Version verfälscht den Inhalt vollständig, weil sie Patchwriting fälschlicherweise als zulässige wissenschaftliche Vorgehensweise beschreibt. Die gelungene Paraphrase übernimmt den Fachbegriff unverändert, formuliert die Definition jedoch mit einer eigenen Satzstruktur und ergänzt einen vollständigen Quellenbeleg.

Beispiel 5 – mehrere Quellen in einer Synthese paraphrasieren

Mehrere Quellen werden nicht nacheinander zusammengefasst, sondern zu einer gemeinsamen Argumentation verbunden. Dabei muss jederzeit erkennbar bleiben, welche Aussage auf welche Quelle zurückgeht.

Version

Was gezeigt wird

Bewertung

Originaltext

Quelle A: Hybride Lehrformate verbessern die zeitliche Flexibilität, wenn digitale und Präsenzphasen didaktisch abgestimmt sind.

Quelle B: Der Lernerfolg hängt stärker von der Qualität der Lehrgestaltung als von der eingesetzten Technik ab.

Didaktisches Beispiel, eigene Darstellung; bibliografische Angaben sind Musterbelege.

Basis

Zu nah

Musterautor A schreibt, dass hybride Lehrformate die Flexibilität verbessern. Musterautor B schreibt, dass die Qualität der Lehre wichtiger als die Technik ist.

Patchwriting-Risiko

Sinnentstellend

Beide Quellen beweisen, dass digitale Lehrformate automatisch bessere Studienleistungen verursachen.

Inhaltlich falsch

Gelungene Paraphrase

Die beiden Musterbelege betonen unterschiedliche Voraussetzungen erfolgreicher hybrider Lehre. Während Musterautor A (2026, S. 18) den Zusammenhang zwischen Flexibilität und didaktischer Abstimmung hervorhebt, zeigt Musterautor B (2026, S. 42), dass der Lernerfolg nicht allein von der eingesetzten Technik abhängt. Gemeinsam sprechen beide Quellen dafür, organisatorische und didaktische Aspekte zusammen zu betrachten.

Korrektes Lernbeispiel

Begründung

Die zweite Version reiht beide Quellen lediglich nacheinander auf und übernimmt deren Aussagen nahezu unverändert. Eine wissenschaftliche Synthese entsteht dadurch nicht. Die dritte Version verändert den Sinn beider Quellen, weil sie eine allgemeine Kausalbehauptung formuliert, die im Original nicht enthalten ist. Die gelungene Paraphrase verbindet beide Quellen in einer eigenständigen Argumentation und ordnet jede Aussage eindeutig der jeweiligen Quelle zu.

Beispiel 6 – eine fremdsprachige Quelle paraphrasieren

Auch bei fremdsprachigen Quellen muss die Aussage eigenständig formuliert und mit der Originalquelle belegt werden. Eine bloße Übersetzung erfüllt die Anforderungen an eine wissenschaftliche Paraphrase nicht.

Version

Was gezeigt wird

Bewertung

Originaltext (englisch)

“Effective feedback improves learning only when learners understand it and use it to regulate their subsequent learning activities.”

Didactic example in English; bibliographic reference serves as a sample citation.

Basis

Zu nah

Effektives Feedback verbessert das Lernen nur dann, wenn Lernende es verstehen und für ihre weiteren Lernaktivitäten nutzen.

Patchwriting-Risiko

Sinnentstellend

Feedback verbessert den Lernerfolg grundsätzlich, unabhängig davon, ob Lernende es verstehen oder anwenden.

Inhaltlich falsch

Gelungene Paraphrase

Nach dem englischsprachigen Musterbeleg entfaltet Feedback seinen Nutzen für den Lernprozess erst dann, wenn Lernende die Rückmeldungen nachvollziehen und zur Steuerung ihres weiteren Lernens einsetzen (Muster Author, 2026, p. 52).

Korrektes Lernbeispiel

Begründung

Die zweite Version stellt im Wesentlichen eine direkte Übersetzung des englischen Originals dar und bleibt deshalb sprachlich zu nah an der Ausgangsquelle. Die dritte Version verändert die Aussage, weil sie die im Original ausdrücklich genannte Bedingung vollständig weglässt. Die gelungene Paraphrase formuliert den Gedanken eigenständig auf Deutsch, erhält die fachliche Aussage einschließlich ihrer Einschränkung und verweist auf die ursprüngliche englischsprachige Quelle.

Wie stark muss eine Paraphrase vom Original abweichen?

Eine gelungene Paraphrase verändert nicht nur einzelne Wörter, sondern auch Satzbau, Informationsreihenfolge und Einbettung in die eigene Argumentation. Einen allgemeinen Prozentwert, ab dem eine Paraphrase als ausreichend verändert gilt, gibt es nicht. Entscheidend ist vielmehr, ob der Gedanke eigenständig formuliert wurde und gleichzeitig inhaltlich vollständig erhalten bleibt.

Das bloße Ersetzen einiger Wörter reicht deshalb nicht aus. Fachbegriffe, Eigennamen, standardisierte Bezeichnungen oder Zahlen dürfen unverändert übernommen werden, wenn sie für die fachliche Genauigkeit erforderlich sind. Charakteristische Formulierungen oder besonders prägnante Wortfolgen sollten dagegen entweder neu formuliert oder – falls der exakte Wortlaut wesentlich ist – direkt zitiert werden.

Auch eine sprachlich stark veränderte Paraphrase benötigt immer einen Quellenbeleg. Die sprachliche Distanz ersetzt niemals den Nachweis der übernommenen Idee.

Before (zu nah am Original)

Hybride Lehrformate können die Flexibilität der Studierenden verbessern, wenn Technik und didaktisches Konzept gut abgestimmt sind.

Hier wurden lediglich einige Wörter ersetzt. Satzbau, Reihenfolge der Informationen und Argumentationslogik entsprechen weiterhin weitgehend dem Original. Diese Form gilt als typisches Patchwriting-Risiko.

After (gelungene Paraphrase)

Ein möglicher Vorteil hybrider Lehrkonzepte besteht nach dem Musterbeleg darin, dass sie Studierenden mehr zeitliche Flexibilität bieten können. Voraussetzung dafür ist jedoch ein sinnvoll aufeinander abgestimmtes technisches und didaktisches Gesamtkonzept (Musterautor, 2026, S. 15).

Die Aussage bleibt unverändert, wird jedoch mit einer neuen Satzstruktur, einer anderen Informationsreihenfolge und einer eigenen Einbettung wiedergegeben.

Unter Patchwriting versteht man eine Paraphrase, die dem Original sprachlich oder strukturell noch so ähnlich ist, dass sie trotz einzelner Synonyme keine eigenständige Formulierung darstellt. Ob Patchwriting vorliegt, hängt deshalb nicht von der Anzahl geänderter Wörter ab, sondern von der gesamten sprachlichen Eigenständigkeit.

Quellenangabe bei Paraphrasen

Jede übernommene Idee benötigt einen nachvollziehbaren Quellenbeleg, auch wenn der Wortlaut vollständig verändert wurde. Eine Paraphrase ohne Quellenangabe bleibt eine fremde Aussage ohne Nachweis und erfüllt damit nicht die Anforderungen wissenschaftlichen Arbeitens. Der Quellenbeleg macht nachvollziehbar, woher eine Information stammt und ermöglicht Leserinnen und Lesern, die ursprüngliche Quelle zu überprüfen.

Je nach Hochschule erfolgt der Nachweis direkt im Fließtext oder über Fußnoten. Unabhängig vom verwendeten Zitierstil gehört die vollständige Quelle zusätzlich in das Literaturverzeichnis. Die folgenden Beispiele dienen lediglich als Muster und ersetzen nicht den Leitfaden Ihrer Hochschule. Eine ausführliche Anleitung zum Zitieren von Webseiten finden Sie im Beitrag Internetquellen zitieren.

Wo beginnt und endet eine Paraphrase?

Der Quellenrahmen muss erkennen lassen, welche Sätze auf der Quelle beruhen und ab welchem Punkt wieder Ihre eigene Analyse beginnt.

Beispiel:

Müller zufolge verbessert hybride Lehre den Zugang zum Studium insbesondere dann, wenn technische und didaktische Voraussetzungen gemeinsam erfüllt werden (Müller, 2026, S. 48). Außerdem weist der Autor darauf hin, dass technische Infrastruktur allein keine höhere Lernqualität garantiert. Für die vorliegende Untersuchung ist deshalb vor allem die didaktische Gestaltung der Lehrveranstaltungen relevant.

Im ersten und zweiten Satz bleibt der Quellenrahmen eindeutig erhalten. Erst der dritte Satz kennzeichnet sprachlich die eigene Einordnung. Beginnt ein neuer Absatz oder wird eine andere Quelle verwendet, sollte der Quellenbezug erneut deutlich gemacht werden, sofern sonst Unklarheiten entstehen könnten.

Braucht eine Paraphrase Seitenzahl und „vgl.“?

Ob Seitenzahl und „vgl.“ obligatorisch sind, richtet sich nach Zitierstil, Fachkultur und den Vorgaben Ihrer Hochschule. Eine Seitenzahl erleichtert grundsätzlich die Nachprüfbarkeit und wird in vielen Leitfäden ausdrücklich empfohlen oder verlangt. Ob zusätzlich „vgl.“ verwendet wird, hängt dagegen vom jeweiligen Zitierstil ab und ist keine allgemeingültige Regel.

Eine detaillierte Einführung in den Autor-Jahr-Stil finden Sie im Beitrag APA zitieren.

System / Situation

Muster im Text

Was prüfen?

Autor-Jahr

Laut Autor (Jahr, S. xx) … oder … (Autor, Jahr, S. xx).

Interpunktion, Seitenangabe und Leitfaden der Hochschule

Deutsche Fußnote

…¹ bzw. ¹ Vgl. Autor, Kurztitel, Jahr, S. xx.

Ob „vgl.“ verwendet wird und welche Fußnotenform vorgeschrieben ist

Längere Passage

Autor nennen und Quellenrahmen über mehrere Sätze halten

Ist die Grenze zwischen fremder und eigener Aussage eindeutig?

Mehrere Quellen

Aussagen jeder Quelle getrennt oder nur bei identischer Aussage gemeinsam belegen

Entsteht kein missverständlicher Sammelbeleg?

Prüfen Sie außerdem, ob alle im Text verwendeten Quellen vollständig im Literaturverzeichnis erscheinen. Hinweise zum korrekten Aufbau finden Sie im Beitrag Literaturquellen angeben.

Muss man beim Paraphrasieren den Konjunktiv verwenden?

Der Konjunktiv ist beim Paraphrasieren nicht in allen Fachrichtungen zwingend, kann aber fremde Positionen kennzeichnen oder Distanz ausdrücken. Ob Sie ihn verwenden sollten, hängt von der Fachkultur, dem gewählten Zitierstil und den Vorgaben Ihrer Hochschule ab.

Vergleichen Sie die beiden folgenden Formulierungen:

  • Indikativ: Nach Müller (2025, S. 24) steigt die Akzeptanz hybrider Lehrformate mit zunehmender didaktischer Qualität.
  • Konjunktiv I: Müller zufolge steige die Akzeptanz hybrider Lehrformate mit zunehmender didaktischer Qualität.

Beide Varianten geben dieselbe Aussage wieder. Der Konjunktiv signalisiert lediglich deutlicher, dass es sich um die Position der Quelle handelt. Er verändert jedoch nicht den Grad der Sicherheit der ursprünglichen Aussage.

Besondere Vorsicht ist erforderlich, wenn der Originaltext bereits Einschränkungen oder Vermutungen enthält. Schreibt eine Quelle beispielsweise, dass ein Zusammenhang möglich sei, darf daraus keine gesicherte Tatsache werden. Umgekehrt sollte eine eindeutig formulierte Aussage nicht durch Formulierungen wie könnte, möglicherweise oder wahrscheinlich abgeschwächt werden.

In einigen Fachkulturen – beispielsweise in geschichtswissenschaftlichen Leitfäden wie denen der Universität zu Köln – wird der Konjunktiv für indirekte Wiedergaben ausdrücklich empfohlen oder verlangt. Auch Materialien der PH Freiburg verwenden ihn regelmäßig in ihren Beispielen zum wissenschaftlichen Paraphrasieren. Daraus lässt sich jedoch keine allgemeine Regel für alle Studiengänge ableiten.

Im Zweifel haben deshalb immer die Prüfungsordnung, der Zitierleitfaden Ihrer Hochschule und die Vorgaben Ihrer Betreuung Vorrang vor allgemeinen Empfehlungen.

Typische Fehler beim Paraphrasieren

Fehlerhafte Paraphrasen entstehen meist durch zu große sprachliche Nähe, veränderten Sinn, fehlende Belege oder einen unklaren Quellenrahmen. Die meisten dieser Probleme lassen sich bereits während des Schreibens erkennen und gezielt korrigieren. Entscheidend ist, Inhalt, Sprache und Quellenbezug nicht gleichzeitig, sondern nacheinander zu überprüfen.

Ein häufiger Irrtum besteht darin, eine Paraphrase nur anhand der Anzahl geänderter Wörter zu beurteilen. Tatsächlich können auch sprachlich stark veränderte Texte inhaltliche Fehler enthalten, während eine inhaltlich korrekte Wiedergabe wegen ihrer zu großen Nähe zum Original dennoch problematisch bleibt. Deshalb lohnt sich ein systematischer Selbstcheck vor der Abgabe.

Die folgende Übersicht zeigt typische Fehler, erkennbare Warnsignale und konkrete Möglichkeiten zur Korrektur.

Fehler

Warnsignal

Korrektur

Nur Synonyme tauschen

Gleicher Satzbau und gleiche Reihenfolge

Quelle weglegen und aus Stichpunkten neu formulieren

Sinn verändern

Ursache, Sicherheit, Wertung oder Umfang unterscheiden sich vom Original

Behauptung, Bedingung und Einschränkung einzeln abgleichen

Quelle fehlt

Fremde Idee wirkt wie eigene Aussage

Quellenbeleg ergänzen und Literaturverzeichnis kontrollieren

Quellenrahmen unklar

Nicht erkennbar, welche Sätze auf der Quelle beruhen

Autor nennen sowie Übergang und eigene Einordnung markieren

Fachbegriffe falsch ersetzen

Begriff verliert fachliche Präzision

Fachbegriff beibehalten und übrige Struktur eigenständig formulieren

Übersetzung ohne Beleg

Fremdsprachige Quelle wird nicht genannt

Originalquelle zitieren und Übersetzung als Paraphrase kennzeichnen

Sekundärquelle verschleiern

Aussage wurde nicht im Original überprüft

Originalquelle verwenden oder „zitiert nach“ entsprechend den Vorgaben angeben

KI-Ausgabe ungeprüft übernehmen

Erfunden wirkende Quellen, Zitate oder Sinnverschiebungen

Originalquelle kontrollieren, Ausgabe fachlich prüfen und Nutzung gegebenenfalls dokumentieren

Keiner dieser Fehler bedeutet automatisch, dass der gesamte Abschnitt neu geschrieben werden muss. In vielen Fällen genügt es, den betreffenden Schritt des Paraphrasierens noch einmal gezielt durchzuführen. Prüfen Sie zunächst den Inhalt, anschließend die sprachliche Eigenständigkeit und zuletzt den Quellenbezug.

Wenn Sie unsicher sind, ob eine Passage noch zu nah am Original liegt, vergleichen Sie beide Texte erst nach Fertigstellung miteinander. Häufig erkennen Sie dadurch sofort, ob Satzstruktur oder Informationsreihenfolge zu ähnlich geblieben sind. Zur zusätzlichen Kontrolle kann anschließend eine Plagiatsprüfung der Bachelorarbeit sinnvoll sein, um auffällige Textähnlichkeiten frühzeitig zu erkennen und vor der Abgabe zu überarbeiten.

Darf man ChatGPT oder Paraphrasierungstools verwenden?

Paraphrasierungstools und ChatGPT können Formulierungsvarianten liefern, ersetzen aber weder das Verständnis der Quelle noch die Prüfung von Sinn, Beleg und Hochschulregeln. Ob solche Werkzeuge zulässig sind, hängt von den Vorgaben Ihrer Hochschule, Ihrer Lehrveranstaltung und der jeweiligen Prüfungsleistung ab. Deshalb sollten Sie die geltenden Richtlinien immer vor der Nutzung prüfen.

Auch wenn der Einsatz grundsätzlich erlaubt ist, bleibt die fachliche Verantwortung vollständig bei Ihnen. Sie müssen kontrollieren, ob die Aussage den Originaltext korrekt wiedergibt, ob die Quellen vollständig angegeben sind und ob alle Formulierungen den wissenschaftlichen Anforderungen entsprechen. KI-generierte Texte dürfen nicht ungeprüft übernommen werden.

Beachten Sie außerdem folgende Punkte:

  • Verwenden Sie keine unveröffentlichten Daten, personenbezogenen Informationen oder vertraulichen Dokumente ohne entsprechende Erlaubnis.
  • Übernehmen Sie niemals automatisch erzeugte Quellen, DOI-Angaben, Seitenzahlen oder Zitate ohne Prüfung in der Originalquelle.
  • Nutzen Sie KI-generierte Texte nicht als Quellenbeleg.
  • Prüfen Sie, ob Ihre Hochschule die Verwendung solcher Werkzeuge dokumentiert oder offengelegt haben möchte.
  • Verlassen Sie sich nicht auf Aussagen wie „plagiatsfrei“, „undetectable“ oder garantierte Einzigartigkeit.

KI kann das Formulieren erleichtern, ersetzt aber weder wissenschaftliches Arbeiten noch die eigenständige Bewertung einer Quelle. Am Ende sind ausschließlich Sie für Inhalt, Argumentation und korrekte Nachweise verantwortlich.

Checkliste – ist Ihre Paraphrase gelungen?

Eine Paraphrase ist erst dann fertig, wenn Inhalt, sprachliche Eigenständigkeit, Quellenrahmen und Beleg getrennt geprüft wurden. Nutzen Sie die folgende Checkliste unmittelbar vor der Abgabe Ihres Textes.

Fragen Sie sich:

Ist die Kernaussage vollständig und ohne zusätzliche Behauptung wiedergegeben?
Sind Einschränkungen, Zahlen, Vergleichsgruppen und Unsicherheiten erhalten geblieben?
Unterscheiden sich Satzbau und Informationsreihenfolge deutlich vom Original?
Sind notwendige Fachbegriffe fachlich präzise geblieben?
Ist klar erkennbar, wo die fremde Aussage beginnt und endet?
Steht der Quellenbeleg an der richtigen Stelle und entspricht dem vorgeschriebenen Zitierstil?
Erscheint die Quelle vollständig im Literaturverzeichnis?
Folgt auf die Paraphrase eine eigene Einordnung oder erfüllt sie eine erkennbare Funktion innerhalb Ihrer Argumentation?

Wenn Sie auch nur eine dieser Fragen mit „Nein“ beantworten, gehen Sie zum Originaltext zurück und wiederholen Sie den entsprechenden Schritt des Paraphrasierens. So lassen sich die meisten Fehler bereits vor der Abgabe zuverlässig korrigieren.

Häufige Fragen zum Paraphrasieren

Die häufigsten Fragen zum Paraphrasieren betreffen Quellenangaben, sprachliche Distanz, Konjunktiv, Seitenzahlen und den Einsatz von KI.

FAQ

Was ist Paraphrasieren – mit einem kurzen Beispiel?

Paraphrasieren bedeutet, einen fremden Gedanken sinngemäß mit eigener Satzstruktur wiederzugeben und die Quelle zu nennen. Aus der Aussage „Hybride Lehrformate erhöhen die Flexibilität unter bestimmten Voraussetzungen“ kann beispielsweise werden: Nach dem Musterbeleg hängt ein möglicher Flexibilitätsgewinn hybrider Lehre von geeigneten organisatorischen und didaktischen Bedingungen ab.

Muss jede Paraphrase mit einer Quelle belegt werden?

Ja. Auch wenn Sie den Wortlaut vollständig verändern, bleibt die zugrunde liegende Idee fremdes geistiges Eigentum. Deshalb benötigt jede Paraphrase einen nachvollziehbaren Quellenbeleg.

Wie viele Wörter muss man beim Paraphrasieren verändern?

Es gibt keine vorgeschriebene Anzahl geänderter Wörter. Entscheidend ist, dass Satzstruktur, Informationsreihenfolge und sprachliche Gestaltung eigenständig sind und der Sinn unverändert bleibt.

Muss eine Paraphrase im Konjunktiv stehen?

Nein. Ob der Konjunktiv verwendet wird, hängt von Fachrichtung, Zitierstil und den Vorgaben Ihrer Hochschule ab. In vielen Fällen sind sowohl Indikativ als auch Konjunktiv zulässig.

Braucht eine Paraphrase eine Seitenzahl?

Das richtet sich nach dem verwendeten Zitierstil. Eine Seitenzahl verbessert grundsätzlich die Nachprüfbarkeit und wird von vielen Hochschulen empfohlen oder ausdrücklich verlangt.

Wann ist ein direktes Zitat besser als eine Paraphrase?

Ein direktes Zitat eignet sich, wenn der genaue Wortlaut selbst analysiert wird oder eine Definition, gesetzliche Regelung oder besonders prägnante Formulierung unverändert wiedergegeben werden muss.

Wie paraphrasiert man einen längeren Abschnitt?

Wählen Sie zunächst die für Ihre Argumentation relevanten Aussagen aus, formulieren Sie diese eigenständig und halten Sie den Quellenrahmen über mehrere Sätze hinweg eindeutig aufrecht.

Darf man ChatGPT zum Paraphrasieren verwenden?

Das hängt von den Vorgaben Ihrer Hochschule ab. KI kann beim Formulieren unterstützen, ersetzt aber weder die Prüfung der Originalquelle noch die Verantwortung für Inhalt, Belege und wissenschaftliche Qualität.

Unterstützung beim wissenschaftlichen Formulieren und Überarbeiten

Wenn Quellenintegration, wissenschaftlicher Stil oder die Abgrenzung eigener und fremder Gedanken unklar bleiben, kann ein fachliches Lektorat gezieltes Feedback zur Textqualität geben. Ein professionelles wissenschaftliches Lektorat unterstützt beispielsweise bei Verständlichkeit, Quellenrahmen, Argumentationslogik, sprachlicher Präzision und formaler Konsistenz. Die wissenschaftliche Eigenleistung sowie die Verantwortung für Inhalt und Quellen verbleiben dabei selbstverständlich vollständig bei Ihnen.

Fazit – Paraphrasieren heißt verstehen, neu formulieren und belegen

Richtiges Paraphrasieren verbindet drei Prüfungen: Der Sinn bleibt erhalten, die Formulierung ist eigenständig und der Quellenbezug ist eindeutig. Der sichere Weg dorthin besteht darin, den Originaltext zunächst vollständig zu verstehen, anschließend die Kernaussage auszuwählen, eigenständig zu formulieren, Inhalt und Sprache getrennt zu prüfen und zuletzt den passenden Quellenbeleg zu ergänzen.

Beachten Sie dabei immer die Zitierregeln Ihrer Hochschule sowie die Vorgaben Ihrer Betreuung, denn sie haben Vorrang vor allgemeinen Empfehlungen. Nehmen Sie zum Abschluss eine eigene Textstelle zur Hand und prüfen Sie sie Punkt für Punkt mit der achtteiligen Checkliste dieses Leitfadens. So erkennen Sie schnell, ob Ihre Paraphrase wissenschaftlichen Anforderungen entspricht.

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